Meine Erwartung galt dem Wald
Nach dem Titel hatte ich einen Dokumentarfilm erwartet, der mich mit eindrucksvollen Bildern und Peter Wohllebens Erklärungen näher an das Leben der Bäume heranführt. Jörg Adolph begleitet stattdessen vor allem den Autor und seine Arbeit. Wohllebens Vorstellungen kommen vor, aber der Film interessiert sich stark für die Person, ihre Reisen und ihre Begegnungen. Diese Ausrichtung ist entscheidend dafür, weshalb er mich nur teilweise erreicht.
Das Porträt verdrängt die erhoffte Naturerfahrung
Wohlleben besucht unterschiedliche Orte und tritt vor Menschen auf. Wer sich für ihn als Autor und Vermittler interessiert, bekommt dadurch durchaus einen Zugang. Für mich hätten die Bäume selbst mehr Raum verdient. Die persönliche und weltanschauliche Ausrichtung nimmt so viel Gewicht ein, dass ich immer wieder auf den Naturfilm warte, den ich mir zunächst vorgestellt hatte.
Die Bilder zeigen, was möglich gewesen wäre
Die Naturaufnahmen, für die Jan Haft verantwortlich ist, gefallen mir sehr. Hier kann der Film Ruhe zulassen und den Blick auf den Wald richten. Gerade diese Passagen verstärken aber meine Enttäuschung über die Gewichtung. Ich hätte gern mehr Zeit mit solchen Bildern und den dazugehörigen Erklärungen verbracht. Stattdessen kehrt die Dokumentation immer wieder zur öffentlichen Person Wohlleben zurück.
Fazit
Für Fans von Peter Wohlleben kann das Porträt interessant sein. Ich wollte stärker das geheime Leben der Bäume kennenlernen und bekam zu häufig den Autor in den Mittelpunkt gestellt. Die schönen Naturbilder gleichen diese Enttäuschung für mich nicht aus. Als Dokumentation bleibt der Film hinter meinen Erwartungen zurück. Meine Wertung: 4,5 von 10 Punkten.
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