DAS UNABHÄNGIGE FILMJOURNALHorrOctober2026
filmbuZZer
← Zurück zu den FilmenFILMKRITIK / 2024

Das letzte Tabu: Persönliche Geschichten hinter dem Schweigen im Fußball

Respektvolle Regie und kraftvolle Berichte machen die Dokumentation lohnenswert, auch wenn einige Stränge mehr Tiefe brauchen.

Das letzte Tabu ⚽ Warum Profifußball noch immer über Homosexualität schweigt
Thumbnail des ursprünglichen filmbuZZer-Videos.

„Das letzte Tabu“ ist ein Dokumentarfilm und eine tiefgreifende Untersuchung des Homosexualitätstabus im professionellen Fußball. Regisseur Manfred Oldenburg, bekannt für seine einfühlsamen und aufschlussreichen Dokumentationen, nimmt uns mit auf eine Reise durch die intimen Lebensgeschichten ehemaliger und aktiver Fußballspieler, die den Mut fanden, ihre sexuelle Orientierung offen zu leben.

Der Film nimmt das Schweigen über Homosexualität im männlichen Profifußball zum Ausgangspunkt. „Das Letzte Tabu“ fokussiert sich auf die persönlichen Erzählungen dieser mutigen Einzelnen. Zentral steht die Geschichte von Justin Fashanu, dem ersten Profifußballer, der sich 1990 outete und dessen Leben tragisch endete. Die Nichte von Justin, Amal Fashanu, sowie weitere Spieler wie Thomas Hitzlsperger und Collin Martin, teilen ihre Erfahrungen und Herausforderungen, die mit einem Leben als geouteter Homosexueller im Profisport verbunden sind.

Obwohl „Das Letzte Tabu“ ein Dokumentarfilm ist, zeichnen die kraftvollen Zeugnisse der Interviewten – sowohl in ihrer Authentizität als auch emotionalen Tiefe – ein prägnantes Bild der individuellen Charaktere. Jede Geschichte ist einzigartig, doch das gemeinsame Thema von Kampf und Selbstakzeptanz schafft eine verbindende narrative Struktur, die den Zuschauer emotional bindet.

Manfred Oldenburgs Regiearbeit ist bemerkenswert, weil er es schafft, sensible Themen mit Respekt und ohne Sensationslust zu behandeln. Die dokumentarische Erzählweise ist geprägt von einer klaren Struktur und einem ruhigen Erzähltempo, was dem Zuschauer ermöglicht, die Tiefe des Themas wirklich zu erfassen. Unterstützt wird Oldenburgs Regie durch die einfühlsame Bildgestaltung von Jonas Julian Köck und die präzise Montage von Dirk Hergenhahn, die zusammengenommen eine atmosphärische und eindringliche visuelle Erfahrung schaffen.

Die Kameraführung von Jonas Julian Köck verdient besondere Erwähnung. Sie fängt intime, oft schmerzhafte Momente ein, ohne aufdringlich zu wirken, und verleiht dem Film eine visuelle Qualität, die die Zuschauer direkt ins Geschehen zieht. Die Montage unterstützt diese Erzählweise durch ein gut abgestimmtes Tempo, das die schweren Themen verständlich und nachvollziehbar vermittelt.

„Das Letzte Tabu“ ist mehr als nur ein Sportdokumentarfilm; es ist ein Spiegel einer Gesellschaft, die sich mit der eigenen Toleranz und den versteckten Vorurteilen auseinandersetzen muss. Der Film regt zum Nachdenken an und fordert die Zuschauer auf, eigene Ansichten zu hinterfragen und für eine offenere und gerechtere Gesellschaft einzustehen.

Obwohl „Das Letzte Tabu“ manchmal die emotionale Tiefe vermissen lässt, die man bei einem so kritischen Thema erwarten könnte, und einige narrative Aspekte mehr Tiefe vertragen könnten, bietet der Film doch eine wichtige und notwendige Auseinandersetzung mit einem Thema, das in der Welt des Profifußballs oft noch immer gemieden wird. Es ist ein mutiger Film, der nicht nur für Fußballfans, sondern für ein breites Publikum relevant ist.

Werbung · Amazon-Partnerlinks

Den Film zu Hause ansehen

Prime Video

Die aktuellen Angebote und Konditionen findest du bei Prime Video.

Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen. Durch die Nutzung dieser Links entstehen dir keine zusätzlichen Kosten.

Die Kritik auf YouTubeDu schaust lieber zu? Dieser Artikel gehört zur veröffentlichten filmbuZZer-Kritik.Kritik auf YouTube ansehen