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The Electric State: Große Bilder, wenig Gefühl

Die Russo-Brüder bauen eine aufwendige Welt. Figuren und repetitive Action geben ihr kein überzeugendes Herz.

The Electric State 🤖 Große Bilder, aber auch eine große Geschichte?
Thumbnail des ursprünglichen filmbuZZer-Videos.

Regie führten Anthony und Joe Russo, die bereits für Marvel-Blockbuster bekannt sind. Doch trotz des riesigen Aufwands bleibt der Film erzählerisch blass und emotional überraschend leer.

Die Geschichte spielt in einer alternativen Version der neunziger Jahre. Michelle, gespielt von Millie Bobby Brown, reist mit ihrem Roboter Cosmo durch eine dystopische Welt, um ihren verschollenen Bruder zu finden. Unterwegs trifft sie auf den Schmuggler Keats, gespielt von Chris Pratt, der ihr hilft, sich in einer Welt zurechtzufinden, die von gigantischen Maschinenwracks und verfallenen Städten geprägt ist. Es gibt Andeutungen, dass eine große Katastrophe das Leben, wie es einst war, beendet hat – doch was genau passiert ist, bleibt vage.

Die Prämisse verspricht ein intensives, visuell beeindruckendes Abenteuer, aber der Film bleibt inhaltlich schwach. The Electric State versucht, emotionale Tiefe mit großen Actionsequenzen zu verbinden, doch die Mischung funktioniert nicht. Die Geschichte zieht sich, die Charaktere wirken leblos, und die Actionszenen wiederholen sich so oft, dass sie irgendwann jede Wirkung verlieren. Besonders enttäuschend ist, dass der Film sich nicht entscheidet, was er sein will – mal ein melancholisches Roadmovie, mal ein Blockbuster mit gigantischen Explosionen, aber nie wirklich eines von beidem.

Millie Bobby Brown hat bereits bewiesen, dass sie starke Figuren spielen kann, doch hier bleibt sie überraschend farblos. Ihre Figur Michelle bekommt kaum Entwicklung, sodass ihre Reise emotional nicht packt. Chris Pratt ist als Keats routiniert, aber ohne Tiefgang. Sein Charakter bleibt auf der Strecke und wirkt eher wie eine austauschbare Nebenfigur als ein echter Begleiter auf dieser Reise. Der Roboter Cosmo sieht zwar beeindruckend aus, bleibt aber eine kalte Maschine ohne die emotionale Verbindung, die er haben müsste.

Optisch bietet der Film einiges. Die Welt von The Electric State ist detailliert gestaltet, mit imposanten Maschinenruinen und einer beklemmenden Atmosphäre. Doch das reicht nicht aus, um die inhaltlichen Schwächen zu überdecken. Es fehlt ein echtes Verständnis für die Welt und ihre Geschichte. Warum ist die Gesellschaft zerfallen? Welche Rolle spielen die Maschinen? Der Film stellt Fragen, liefert aber keine befriedigenden Antworten.

The Electric State ist eine gigantische Produktion ohne Seele, ein Film, der optisch glänzt, aber erzählerisch scheitert. Trotz vielversprechender Ansätze und einer interessanten Vorlage bleibt am Ende nur ein leeres, überladenes Spektakel, das wenig mitreißt und schnell vergessen sein wird.

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