Eine Beziehung verändert Arthurs Welt
Arthur Fleck befindet sich in einer psychiatrischen Anstalt und begegnet Lee Quinzel. Ihre Verbindung bildet das Zentrum dieses Films. Todd Phillips interessiert sich für die gemeinsame Vorstellung einer Wirklichkeit, die sich von der Außenwelt immer weiter entfernen kann. Der Titel beschreibt damit mehr als eine besonders intensive Romanze: Die Beziehung beeinflusst, wie beide sich selbst und ihr Gegenüber sehen.
Phoenix und Gaga tragen die psychische Nähe
Joaquin Phoenix spielt Arthur mit einer enormen emotionalen Intensität. Seine Verletzlichkeit und die unberechenbare Seite bleiben nebeneinander erkennbar. Lady Gaga gibt Lee eine Präsenz, die darüber hinausgeht, nur eine Begleitung des Jokers zu sein. Ihre Darbietung besitzt Nuancen, und das Zusammenspiel lässt mich die Anziehung dieser Beziehung nachvollziehen, auch wenn sie zugleich beunruhigt.
Die Musik gehört zur Erzählung
Die musikalischen Passagen sind für mich ein mutiger Schritt. Sie geben den inneren Vorstellungen der Figuren eine eigene Form, statt lediglich die Handlung für einen Song zu unterbrechen. Mir gefällt, wie der Film dadurch zwischen äußerer Situation und subjektivem Erleben wechselt. Lawrence Shers Kameraarbeit verstärkt diese Wirkung mit Licht, Schatten und Bildern, die teils beinahe surreal erscheinen.
Fazit
Joker: Folie à Deux überzeugt mich als ungewöhnliches, psychologisch interessiertes Drama. Die Darsteller und die musikalische Form machen daraus eine intensive Erfahrung. Seine Verbindung aus Beziehung, Vorstellung und Wirklichkeit beschäftigt mich stärker als die Erwartung an eine konventionelle Fortsetzung. Für mich ist dieser Wagemut eine Stärke des Films.
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