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Sam Kerr: Kicking Goals wird 2027 zur Realserie bei Paramount+

Die Serie begleitet Kerr als Elfjährige in Westaustralien; die Besetzungssuche läuft.

Eine Kindheitsgeschichte fürs Fernsehen

Paramount+ Australia hat eine Realserie nach Sam Kerr: Kicking Goals bestellt, der Buchreihe von Sam Kerr und Fiona Harris. Sie soll 2027 erscheinen und begleitet die elfjährige Sam in Westaustralien, wo Freunde, Familie, Schule und Fußball gleichzeitig ihre Aufmerksamkeit verlangen. Die Suche nach jungen Darstellern läuft; der Dreh ist in der Region geplant. Für die Verfilmung gibt es einen einfachen Maßstab: Fühlt sich ein Problem auf dem Trainingsplatz für das Mädchen selbst wichtig an, obwohl das Publikum seine spätere Laufbahn kennt? Eine Freundschaft, ein Fehler oder ein umkämpfter Platz im Team können diese Spannung tragen, ohne sich einen späteren Pokal als Bedeutungshilfe zu leihen.

Im Programm für das kommende Jahr hat die Serie einen naheliegenden Platz: Paramount+ will auch die Frauen-Weltmeisterschaft 2027 übertragen. Das ist ein deutliches Vermarktungsargument. Erzählerisch muss die Serie jedoch im Kleinen funktionieren. Ein Kind braucht keinen Blick auf spätere Titel, um zu verstehen, wie es ist, nicht ins Team zu kommen, einen Fehler zu machen oder trotzdem weiterzuspielen. Die besten Folgen könnten einen gewöhnlichen Trainingstag wichtig machen. Wird jedes Hindernis nur mit dem späteren Ruhm aufgelöst, verliert die junge Hauptfigur jene Unsicherheit, die eine Geschichte spannend hält.

Freunde sollten mehr sein als Publikum

Laut Paramount begleiten zwei enge Freunde Sam bei ihren frühen Erfahrungen im Fußball. Damit kann die Serie mehr sein als eine Vorgeschichte über einen später berühmten Menschen. Freundschaften geraten unter Druck, wenn ein Kind schneller besser wird, ein anderes lieber etwas Neues versucht oder ein Platz in der Mannschaft vergeben werden muss. Eine Kinderserie braucht aus jedem Streit keinen endgültigen Bruch zu machen. Gerade kleine Versöhnungen sind glaubwürdig: eine Entschuldigung nach einem misslungenen Pass, eine Einladung zum Üben oder das Eingeständnis, enttäuscht zu sein.

Der Verlag stellt Kicking Goals als fortlaufende Kinderbuchreihe mit Begleitmaterial für Schule und Freizeit vor. Diese Leserschaft ist ein Anfang, doch die Verfilmung muss aus Seiten lebendige Szenen machen. Fußball hilft dabei, weil Entscheidungen sichtbar werden: Wer passt ab, wer zögert, wer darf schießen? Solche Handlungen zeigen Beziehungen, ohne jedes Gefühl auszusprechen. Wartet die Kamera nur auf Sams nächstes Tor, werden ihre Freunde zu Dekoration. Eigene Wünsche und Rückschläge der anderen Kinder könnten die Mannschaft zu einer Gruppe machen, statt die Biografie nur mit Nebenfiguren zu füllen.

Eine Produktion mit erkennbarem Ort

Paramount nennt Diya Eid als Serienschöpferin. Dieser Ort sollte mehr sein als eine Zeile in der Produktionsmeldung. Schule, Bolzplatz und Familienalltag können Sams Welt unverwechselbar machen. Menschen außerhalb Australiens verstehen ein alltägliches Problem auch dann, wenn die Serie ihren Schauplatz nicht zu einer beliebigen Sportkulisse glättet. Gerade die örtlichen Einzelheiten sind ein guter Grund, diese Kindheit zu erzählen.

Auch die Besetzungssuche wird den Ton prägen. Junge Darsteller müssen Fehler machen, miteinander scherzen und als Mannschaft glaubwürdig spielen können; Ähnlichkeit mit berühmten Erwachsenen reicht nicht. Eine Sportserie kann leicht in eine vorhersehbare Folge aus Training, Rückschlag und Sieg fallen. Konkrete Beziehungen bieten einen anderen Weg: Vielleicht schafft ein Sieg ein neues Problem, oder eine Niederlage zeigt eine Fähigkeit, die keine Tabelle erfasst. Das sind Möglichkeiten, keine angekündigten Handlungsdetails.

Woran sich die Serie messen lassen wird

Zwischen dieser Nachricht und einer fertigen Folge liegt also noch Produktionsarbeit. Auf derselben Plattform steht dann ein großes Live-Sportereignis an. Das könnte Familien mit Interesse am Fußball auf die Serie aufmerksam machen. Eine Werbeverbindung hilft beim Finden, macht die Figuren aber noch nicht wichtig. Dafür muss das Drehbuch Sam etwas lernen lassen, dessen Ausgang nicht schon durch das Wissen des Publikums über ihre spätere Laufbahn feststeht.

Die junge Hauptfigur braucht dennoch alltägliche Entscheidungen, die im jeweiligen Moment glaubwürdig wirken, auch wenn ihr Name längst berühmt ist. Kinder und Eltern sollten an einer Freundschaft oder einem schwierigen Spiel teilhaben können, ohne zuvor Kerrs Karriere nachzulesen. Paramounts Bestellung gibt einer australischen Kindersportgeschichte Platz bei einem großen Dienst. Ob sie diesen Raum nutzt, zeigt sich daran, ob Sam trotz des berühmten Namens im Titel ein Kind bleiben darf.

Quellen