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Der Brutalist (2024): Kritik

Der Brutalist ist ein monumentales Epos von Brady Corbet, das die bewegende Geschichte des ungarisch-jüdischen Architekten László Tóth erzählt.

Der Brutalist 🏛️ Ist dieses Epos seine lange Laufzeit wert?
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Der Brutalist ist ein monumentales Epos von Brady Corbet, das die bewegende Geschichte des ungarisch-jüdischen Architekten László Tóth erzählt. Der Film spannt einen Bogen über mehrere Jahrzehnte und taucht tief in die Themen Identität, künstlerische Integrität und die Herausforderungen des Exils ein. Mit einer Länge von 3,5 Stunden und einer 15-minütigen Pause ist Der Brutalist ein filmisches Ereignis, das den Zuschauer fordert, aber reich belohnt.

Die Handlung beginnt im Jahr 1947, als László Tóth, gespielt von Adrien Brody, aus dem vom Krieg gezeichneten Europa in die Vereinigten Staaten emigriert, zunächst getrennt von seiner Frau Erzsébet, verkörpert von Felicity Jones. Tóth, ein talentierter Architekt, träumt davon, seine Karriere neu zu starten und in Amerika den sogenannten amerikanischen Traum zu verwirklichen. Dort trifft er auf den mächtigen Industriellen Harrison Lee Van Buren, dargestellt von Guy Pearce. Van Buren bietet ihm die Möglichkeit, ein ambitioniertes Bauprojekt zu realisieren, doch die Zusammenarbeit entwickelt sich zu einer moralischen und künstlerischen Herausforderung. Tóth muss lernen, zwischen seinen Idealen und den Anforderungen seiner neuen Heimat zu balancieren.

Die Regie von Brady Corbet ist ebenso ambitioniert wie die Geschichte selbst. Der Film wurde überwiegend im 35-mm-VistaVision-Format gedreht, was ihm eine beeindruckende visuelle Tiefe verleiht. Corbet kombiniert eine epische Erzählweise mit intimen Momenten, die die inneren Kämpfe seiner Figuren beleuchten. Das Produktionsdesign fängt die Nachkriegszeit detailgetreu ein, während die Kameraführung mit ihrer besonderen Farbstimmung und Textur eine fast schon immersive Erfahrung bietet.

Die schauspielerischen Leistungen sind herausragend. Adrien Brody brilliert als László Tóth und verleiht der Figur eine beeindruckende Tiefe. Er zeigt die Zerrissenheit eines Mannes, der zwischen künstlerischen Idealen und praktischen Zwängen hin- und hergerissen ist. Felicity Jones überzeugt als Erzsébet, die versucht, in einer fremden Umgebung Fuß zu fassen, und gleichzeitig die Beziehung zu ihrem Mann zu stärken. Guy Pearce gibt als Van Buren eine fesselnde Darstellung eines Mannes, der sowohl als Förderer als auch als Ausbeuter wahrgenommen werden kann.

Ein zentrales Thema des Films ist die Frage nach den Kompromissen, die Künstler eingehen müssen, um ihre Visionen zu verwirklichen. Gleichzeitig beleuchtet Der Brutalist die Herausforderungen und Opfer, die das Leben im Exil mit sich bringt. Die komplexe Erzählweise und die moralischen Dilemmata der Figuren regen zum Nachdenken an.

Der Brutalist ist ein Muss für Liebhaber anspruchsvoller Filmkunst. Mit seiner visuellen Brillanz, den eindringlichen Darstellungen und der tiefgründigen Erzählung ist dieser Film ein unverzichtbares Erlebnis. Ein Werk, das noch lange nach dem Abspann nachhallt.

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