Regisseur Ekrem Engizek, bekannt durch seinen Film „Koxa“, präsentiert mit diesem Werk ein intensives Gefängnisdrama, das die düstere Realität hinter Gittern beleuchtet.
Die Handlung folgt Alexander Rothstein, gespielt von Constantin von Jascheroff, der wegen Drogenhandels im Gefängnis landet. Draußen wartet seine frisch schwangere Freundin Julia auf ihn. Als wäre das nicht schon schlimm genug, wird er in eine Zelle mit den gefährlichen Zellengenossen Viktor und Khalil gesteckt. Alex braucht dringend Geld, um für sein ungeborenes Kind da zu sein und dem Gefängnisalltag zu entkommen. In seiner Not wendet er sich an den kurdischen Gangsterboss Mazlum, genannt „der Holländer“, und seinen alten Kumpel aus der Drogentherapie, Cem. Gemeinsam ziehen sie ein Ding auf, das weit über die Gefängnismauern hinausgeht. Doch als alles gut zu laufen scheint, verfängt sich Alex in seinem eigenen Netz. Nun hat er die Wahl: Entweder er geht im Strudel aus Intrigen und Verrat unter – oder er wird selbst zum Monster.
Constantin von Jascheroff verkörpert Alex überzeugend und bringt dessen charakterliche Schwächen glaubhaft auf die Leinwand. Anfangs mag man noch Sympathie für seine Situation empfinden, doch schnell weichen diese Emotionen Unverständnis und Antipathie – ein Effekt, der dem Präventionsgedanken des Films zugutekommt. Die Darstellung des Gefängnisalltags bedient sich jedoch zahlreicher Klischees, die eher an den Alltag in einem US-Gefängnis der frühen 2000er erinnern: Vergewaltigung, Gewalt, Gangs, Drogen, Aufstände, Bestechung und Rassismus sind an der Tagesordnung. Je nach Status innerhalb der Gefängnismauern scheinen einzelne Häftlinge beinahe Narrenfreiheit zu genießen – sie können ungehindert mit der Außenwelt kommunizieren und sogar einen Drogenring leiten. Die Darstellung des Gefängnisses „HAPS“ wirkt insgesamt realitätsfern, dient gleichzeitig aber als wirksame Abschreckung. So erfüllt Engizek mit seiner Inszenierung den Präventionsauftrag des Films, allerdings auf Kosten der Glaubwürdigkeit.
Die Verbindung von deutschem Rap und brutalen Knastszenen verleiht dem Film eine düstere Ästhetik. Dennoch bleibt die Darstellung der Charaktere oft eindimensional, und Zwischentöne fehlen. Die Absicht, eine präventive Botschaft zu vermitteln, ist erkennbar, jedoch wirkt die Umsetzung stellenweise überdeutlich und lässt wenig Raum für eigene Interpretationen.
„Haps – Crime Doesn't Pay“ bietet einen intensiven Einblick in die Schattenseiten der Kriminalität und des Gefängnislebens. Trotz starker schauspielerischer Leistungen und einer ambitionierten Inszenierung leidet der Film unter klischeehaften Darstellungen und einer überdeutlichen pädagogischen Botschaft. Dennoch regt er zur Reflexion über die Konsequenzen kriminellen Handelns an und erfüllt somit seinen präventiven Anspruch.
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