„Ein Zimmer für Papa“ widmet sich den Herausforderungen einer modernen Trennungsfamilie. Unter der Regie von Katja Benrath, die bereits den Studenten-Oscar gewann, beleuchtet der Film die Bemühungen von Jonas (gespielt von David Rott), ein besserer Vater zu werden, nachdem er lange Zeit abwesend war.
Die Handlung dreht sich um Jonas, einen beruflich erfolgreichen Mann, der privat große Defizite als Vater hat. Seine Tochter Laila (gespielt von Indira Corrales Ehlers), die bei ihrer Mutter Shari (gespielt von Sabrina Amali) in Hamburg lebt, fordert mehr Zeit mit ihm. Um ihr näher zu sein, zieht Jonas in eine „Papa-WG“, die es getrennten Vätern ermöglicht, regelmäßig bei ihren Kindern zu sein. Diese Idee basiert auf der realen Initiative „kindwärts – Unterstützung für Trennungsfamilien“ und gibt dem Film einen sozialen Kontext.
Die Beziehung zwischen Jonas und Laila steht im Mittelpunkt. Indira Corrales Ehlers bringt in ihrer Rolle die Sehnsucht eines Kindes nach seinem Vater glaubhaft rüber, und auch David Rott spielt den überforderten Vater authentisch. Besonders berührend ist Lailas Wunsch, dass ihre Eltern wieder zusammenkommen – ein Moment, der den emotionalen Kern des Films treffend einfängt.
Sabrina Amali verkörpert Shari, die Mutter, die den Vater ihrer Tochter wegen seiner wiederholten Versäumnisse misstrauisch betrachtet. Ihre Darstellung einer Frau, die zwischen dem Schutz ihrer Tochter und der Hoffnung auf eine bessere Vater-Kind-Beziehung schwankt, ist überzeugend und emotional dicht.
Trotz der starken schauspielerischen Leistungen wirkt die Geschichte in Teilen vorhersehbar. Jonas' Wandlung vom distanzierten Vater zum verantwortungsvollen Elternteil folgt einem bekannten Muster und bringt wenig Überraschungen. Auch die Nebenhandlung um seine Freundin Kim (gespielt von Adina Vetter) bleibt relativ blass.
Visuell besticht der Film durch eine natürliche und unaufdringliche Kameraführung, die die Intimität der Szenen unterstützt. Die Musik fügt sich dezent ein und unterstreicht die emotionale Atmosphäre.
„Ein Zimmer für Papa“ ist ein gefühlvoller Film, der die Schwierigkeiten von Trennungsfamilien respektvoll beleuchtet. Auch wenn die Erzählstruktur konventionell bleibt, berühren die Themen und die Darstellungen die Zuschauer auf ehrliche Weise.
