Streamingstart in den USA
Olivia Wildes The Invite ist seit dem 23. Oktober in den USA bei HBO Max zu sehen, wie Warner Bros. Discovery mitteilt. Am 24. Oktober um 20 Uhr Eastern Time folgt die Fernsehpremiere bei HBO. Seth Rogen und Wilde spielen Joe und Angela, deren Ehe unter Druck steht. Penélope Cruz und Edward Norton verkörpern die rätselhaften Nachbarn aus der Wohnung über ihnen, die das Paar zum Essen einlädt. Damit ist der Antrieb des Films einfach benannt. Vier Menschen, ein Abendessen und eine Beziehung kurz vor dem Bruch bieten viel Bewegung, wenn die Absichten der Gäste weniger klar sind als die Einladung vermuten lässt.
Der Player verbindet sich erst nach deiner Einwilligung mit YouTube. Google kann deine IP-Adresse, Browserdaten und die Adresse dieser Seite verarbeiten, Cookies oder lokalen Speicher nutzen und Daten außerhalb der EU, auch in den USA, verarbeiten.
Die Einwilligung gilt nur für dieses Video auf dieser Seite. Du kannst den Player jederzeit deaktivieren. DatenschutzVier Stars und eine heikle Einladung
A24 bezeichnet den Film als Komödie und nennt auf seiner eigenen Seite einen Kinostart am 26. Juni. Nach dem Kinostart im Juni begegnet das HBO-Max-Publikum nun einer Komödie, die Wilde für das gemeinsame Kinoerlebnis drehte. Wilde führt Regie nach einem Drehbuch von Will McCormack und Rashida Jones. WBD nennt David Permut, Ben Browning und Megan Ellison unter den Produzenten. Diese Namen sind für eine Dinnerparty-Geschichte relevant, weil sie auf zwei Ebenen vom Timing lebt. Das Drehbuch muss jeder Figur eine eigene Möglichkeit geben, das Gespräch zu verändern. Die Regie entscheidet, wessen Reaktion wir nach einer Bemerkung sehen. Ein kleiner Schauplatz kann groß wirken, wenn sich das soziale Gleichgewicht mit jedem Wortwechsel verschiebt.
Der Raum als komischer Druckkessel
Laut offizieller Beschreibung steht die Beziehung von Joe und Angela auf der Kippe, während der Abend mit den Nachbarn eine unerwartete Richtung nimmt. Welche Wendungen das genau sind, verrät der Text nicht. Für eine Komödie, die Überraschung braucht, ist das sinnvoll. Die Ausgangslage erinnert an Theaterstücke über Paare, die in einem Raum festsitzen. Das Kino besitzt jedoch eigene Mittel. Ein Blick über den Tisch, eine Pause, während jemand den Raum verlässt, oder ein Schnitt zur bisher schweigenden Person kann einen Witz neu färben. Der komische Rhythmus hängt davon ab, wessen Reaktion auf einen Witz folgt und wie schnell das Gespräch sich wieder fängt. Entscheidend ist, ob der Film auf engem Raum immer mehr darüber sichtbar macht, was die vier voneinander wissen.
Drehbuch und Regie
Auch die Besetzung weckt Erwartungen, mit denen der Film spielen kann. Rogen bringt oft einen lockeren komischen Rhythmus mit, Norton kann Höflichkeit bedrohlich aufladen, und Cruz sowie Wilde können die Stimmung eines Gesprächs verändern, ohne laut zu werden. Ihre unterschiedlichen Stile lassen Raum, damit ein Gespräch in wenigen Sätzen von Beruhigung zu Misstrauen kippt. Die Figuren sollten nicht auf solche Muster reduziert werden. Ein scheinbar selbstsicherer Gast kann unsicher sein; ein Partner in einer Krise kann das Gespräch gezielt lenken. Der Reiz dieser Geschichten liegt darin, wie Kontrolle am Tisch wandert, während alle die höfliche Form einer Einladung bewahren wollen.
Was sich beim Heimsehen verändert
Wilde schrieb für A24 darüber, warum sie Kinokomödien verteidigt und The Invite auf 35-mm-Film drehte. Gemeinsam mit Fremden zu lachen, gehört für sie zum Zweck des Films. Der HBO-Max-Start bringt diese fürs Kino gedachte Komödie in einen anderen Rahmen: Ein kleineres Publikum bemerkt womöglich Reaktionen und Pausen, über die ein lachender Saal hinweggetragen wird. Der Start bei HBO Max eröffnet in den USA aber einen Weg für Menschen, die ihn im Kino verpasst haben. WBD nennt die Streamingpremiere für diesen Markt exklusiv. A24 führt daneben Möglichkeiten zum Leihen oder Kaufen sowie besondere Blu-ray- und 4K-Ausgaben auf. Das sind verschiedene Vertriebswege. Aus der US-Mitteilung folgt nicht, dass dieselben Zeitfenster überall gelten.
Der Reiz des Films
Die Ausgangsidee von The Invite lässt sich in einem Satz erzählen und trägt dennoch einen ganzen Film: Eine brüchige Ehe öffnet zwei Nachbarn die Tür, deren Anwesenheit den Abend verändert. Gelungen wäre die Geschichte, wenn jede Wendung aus dem Versuch der Figuren entsteht, ihren Eindruck auf andere zu kontrollieren, statt bloß zufällig Chaos anzurichten. WBD verlinkt in seiner Mitteilung den offiziellen Trailer für einen ersten Blick. Mit dem US-Streamingstart und der HBO-Ausstrahlung am 24. Oktober ist die Nachricht zunächst praktisch. Der interessantere Grund zum Einschalten ist die Frage, ob Wilde aus einem einzigen gesellschaftlichen Anlass ein genaues Bild von Begehren, Verlegenheit und den kleinen Verhandlungen einer Beziehung macht.