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Stick startet am 4. November mit zwei Folgen in Staffel zwei

Apples Golfkomödie kehrt mit zehn Folgen zurück: Santi steht unter neuem Druck, Pryce versucht ein Comeback.

Mentor und Talent verfolgen nun eigene Ziele

Mit der Premierenveranstaltung vom 29. Oktober rückt die zweite Staffel von Stick kurz vor ihren Streamingstart am 4. November. Zwei Folgen eröffnen die zehnteilige Reihe, danach geht es bis zum 30. Dezember wöchentlich weiter. Laut Apples Staffelangaben verschiebt sich das Verhältnis der beiden Golfer: Santi nähert sich dem Profisport, während der frühere Profi Pryce Cahill, ermutigt von seinem Rivalen Clark Ross, ein eigenes Comeback versucht. Ihre Ziele passen nicht mehr auf dieselbe Ergebnisliste.

Für eine Komödie über Mentorschaft ist das die entscheidende Veränderung. Als Pryce zunächst auf Santi setzte, konnte der Erfolg des jungen Spielers auch beweisen, dass der Ältere den Sport noch verstand. Nun braucht Santi Raum, seinen Erfolg zu bestimmen, ohne die Enttäuschung seines Mentors zu tragen. Pryce wiederum muss unter eigenem Namen antreten, statt fremdes Talent als zweites Leben zu nutzen. An einem Tag können sich ihre Ambitionen stützen, am nächsten um Zeit und Aufmerksamkeit konkurrieren. Golf macht diese Reibung sichtbar: Ein Schlag gehört dem Spieler, auch wenn Trainer, Caddie oder Freunde ihn vorbereitet haben. Das emotionale Problem der Staffel liegt im Abstand zwischen einem gemeinsamen Weg und einem Ergebnis, für das jeder selbst einsteht.

Das Comeback rührt an die alte Wunde

Zur ersten Staffel stellte Apple Pryce als ehemaligen Profi vor, dessen Laufbahn früh endete. Nach dem Verlust von Job und Ehe setzte er seine Hoffnung auf den siebzehnjährigen Santi. In der Ankündigung zur zweiten Staffel will Pryce als ältester Golfer überhaupt ein Major gewinnen; sein früherer Rivale und eine neue Trainerin begleiten den Versuch. Das neue Ziel macht aus altem Bedauern eine messbare öffentliche Herausforderung.

Eine Sportgeschichte kann eine Rückkehr zu einfach machen, wenn sie den Endstand als Antwort auf jede persönliche Frage behandelt. Stick hat eine unbequemere Möglichkeit. Pryce könnte besser spielen und zugleich merken, dass er sich weiter über die Erwartungen anderer definiert. Ein Major ist ein fast absurd hoher Maßstab für ein Comeback. Komik kann aus dem Abstand zwischen diesem großen Ziel und den alltäglichen Wiederholungen entstehen, die schon für eine ordentliche Runde nötig sind. Üben, Reisen, Ratschläge und Ärger kosten Zeit. Für einen Mann, der bisher jemand anderen förderte, ist es bereits eine Entscheidung, diese Zeit für sich zu beanspruchen. So wird die einsame Abrechnung auf dem Golfplatz zur Frage, ob Pryce Ehrgeiz zeigen kann, ohne Santi dessen Preis zahlen zu lassen. Santis Weg steht unter dem gegenteiligen Druck: Die Erwartungen an sein Können wachsen womöglich schneller, als er als Spieler reifen kann. Beansprucht Pryces Rückkehr die Kraft derselben Wahlfamilie, die bisher den Jüngeren stützte, entsteht ein wirklicher Loyalitätskonflikt. Eine Lehre aus Pryces gescheiterter Laufbahn kann Santi helfen, aber auch wie eine Anweisung klingen, das Leben eines anderen zu führen. Dadurch bekommt jeder Erfolg einen möglichen Preis für die Person am Rand des Platzes. Genau hier kann die Komödie ihre Sporthandlung mit den Beziehungen verbinden, die sie von Anfang an versprochen hat.

Warum der Wochenrhythmus dazu passt

Owen Wilson kehrt als Pryce und Peter Dager als Santi zurück. Zum Ensemble gehören außerdem Marc Maron, Mariana Treviño, Lilli Kay, Judy Greer und Timothy Olyphant; Rhea Seehorn kommt als Trainerin Amanda hinzu. Jason Keller bleibt Schöpfer und Showrunner. Apple startet mit zwei Folgen vor der wöchentlichen Veröffentlichung. Damit bekommt jede Etappe der beiden Ambitionen ihren eigenen Abstand.

Die erste Folge kann zeigen, was Santi und Pryce jetzt voneinander erwarten; die nächste kann beginnen, diese Erwartungen zu trennen. Danach lässt der Wochenrhythmus einen Rückschlag für das Publikum stehen, statt ihn sofort vom nächsten Ergebnis verschlucken zu lassen. Die Idee einer Wahlfamilie gewinnt nur Gewicht, wenn die Menschen um die Golfer mehr sind als eine Jubelgruppe. Eine Trainerin kann Pryce Disziplin abverlangen, ein Caddie kann wissen, wann Widerspruch nötig ist, und Santis Umfeld darf sich dagegen wehren, nach dem Traum des Älteren sortiert zu werden. Diese Rollen versprechen komischen Druck, weil ein Ratschlag zugleich hilfreich und übergriffig sein kann. Der Start im November eröffnet damit eine Staffel, die prüfen kann, ob gemeinsame Loyalität neben individuellem Wettbewerb bestehen bleibt.

Quellen