Ein neues Team für den dritten Film
Paramount hat David Bruckner für die Regie von Smile 3 verpflichtet. Nick Antosca schreibt das Drehbuch. TheWrap berichtete am 28. Oktober über die Besetzung der beiden Positionen. Parker Finn, der die ersten zwei Filme schrieb und inszenierte, entwickelte das Grundgerüst für Teil drei und produziert gemeinsam mit Temple Hill Entertainment; Jonathan Fass ist Executive Producer. Angaben zu Besetzung, Handlung oder Kinostart macht der Bericht noch nicht. Der Wechsel fällt auf, weil Finn die Reihe bisher sowohl am Schreibtisch als auch auf dem Regiestuhl geprägt hat. Nun müssen zwei andere Filmschaffende aus einem bekannten Konzept einen eigenen Film machen. Finns Beteiligung kann die Verbindung zu den Vorgängern halten. Für das Publikum wird aber entscheidend, was Bruckner und Antosca daraus auf der Leinwand entwickeln. Ihre Verpflichtung ist die Nachricht. Wer daraus bereits eine bestimmte Fortsetzung der bisherigen Handlung ableitet, greift den noch unbekannten Details vor. Offen bleibt auch, ob der Film einer neuen Person folgt oder zu einer bereits bekannten Figur zurückkehrt.
Was der Regiewechsel ausmacht
Wer eine etablierte Horrorreihe übernimmt, muss eine schwierige Balance finden. Das Publikum erwartet ein vertrautes Prinzip, aber die exakte Wiederholung nimmt dem Schrecken die Überraschung. Bei Smile genügt ein unheimliches Lächeln als klares Warnsignal. Die Kamera kann einen Moment zu lange auf einem Gesicht bleiben, und eine gewöhnliche Begegnung kippt. Gerade weil dieses Bild so einfach lesbar ist, lässt sich vieles andere verändern: Raum, Tempo und die Reaktion der bedrohten Figur. Bruckners Beitrag könnte besonders in den Sekunden vor dem Schock liegen. Wie lange darf eine Figur an ihrer Wahrnehmung zweifeln? Wann wirkt ein Zimmer noch sicher? Ab welchem Blick wird ein Gespräch bedrohlich? Solche Fragen beantwortet die Inszenierung, nicht der Name eines Produzenten im Abspann. Ein neuer Regisseur sollte daran gemessen werden, wie sein Film Spannung erzeugt, und nicht allein daran, ob ein bekanntes Grinsen wieder auftaucht. Die beste Abwandlung könnte darin liegen, wer die Gefahr zuerst erkennt, und nicht darin, sie einfach lauter zu machen.
Das Drehbuch entscheidet mit
Antoscas Aufgabe ist ebenso wichtig. Ein Horrorfilm kann mehr Zwischenfälle bieten und trotzdem kleiner wirken, wenn seine Hauptfigur nur von einem Schreckmoment zum nächsten rennt. Spannender wird es, wenn ihre Entscheidungen immer schwerer werden. Dann verändert ein bedrohliches Bild eine Beziehung oder erzwingt eine Wahl, statt die Szene bloß zu unterbrechen. Finns Grundgerüst liefert einen Ausgangspunkt, aber noch keinen fertigen dramatischen Verlauf. Dialoge, die Reihenfolge neuer Informationen und der Moment, in dem eine Figur das Muster versteht, bestimmen, ob sich Beklemmung aufbaut. TheWrap belegt die Zuständigkeiten, nicht die spätere Gestalt einzelner Szenen. Gerade deshalb ist das neue Autorenteam interessant: Es muss einen menschlichen Konflikt finden, der so eigenständig ist, dass sich die bekannte Bedrohung nicht einfach in das Leben einer beliebigen anderen Figur einsetzen ließe. Eine Szene kann bedrohlich werden, wenn eine vernünftige Entscheidung der Figur den nächsten sicheren Ausweg verschließt.
Worauf es jetzt ankommt
Ohne Besetzung und Handlung lässt sich die Richtung von Smile 3 noch nicht konkret beschreiben. Es gibt keine benannte Hauptfigur, deren Situation man untersuchen könnte, und keinen bestätigten Schauplatz für einen Vergleich mit den Vorgängern. Klar ist die Arbeitsteilung: Finn liefert das Grundgerüst und produziert, Antosca schreibt, Bruckner inszeniert. Daraus kann ein Film entstehen, der die Reihe fortführt und dennoch anders aussieht. Ebenso kann der Wechsel zeigen, wie viel Spannung bisher daraus entstand, dass ein einzelner Filmemacher Drehbuch und Bildsprache zusammen entwickelte. Antworten liefern erst Handlung, Besetzung und später die ersten Bilder. Bis dahin ist die Meldung mehr als eine bloße Bestätigung eines weiteren Teils. Paramount hat festgelegt, wer Geschichte und Kinoerlebnis prägen soll. Bei einer Reihe, deren Gefahr sich sofort in einem Gesicht zeigt, muss nun die Person vor diesem Gesicht ebenso viel Aufmerksamkeit verdienen. Daran wird sich zeigen, ob die Fortsetzung eine eigene Idee verfolgt oder ein bekanntes Muster nur anders besetzt.