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Donald und Stephen Glover entwickeln PUBG-Realserie für Netflix

Donald Glover soll spielen und Regie führen, beide Brüder schreiben. Die Serie wird entwickelt; ein Auftrag und Handlungsdetails sind noch nicht bekannt.

Ein bekanntes Spiel, ein neuer Serienplan

Netflix entwickelt eine Realserie zum Spiel PUBG. Donald Glover soll darin die Hauptrolle übernehmen, am Drehbuch schreiben, Regie führen und als ausführender Produzent arbeiten. Sein Bruder Stephen Glover schreibt ebenfalls und produziert mit. TheWrap berichtete am 29. Oktober über das Vorhaben; Spielehersteller KRAFTON bestätigte es in einer japanischen Mitteilung vom 30. Oktober Ortszeit. Das Projekt befindet sich noch in der Entwicklung. Weder ein Serienauftrag noch Drehbeginn, weitere Darsteller oder ein Startfenster wurden bekanntgegeben. Dieser frühe Stand gehört trotz der prominenten Namen zur Nachricht.

PUBG ist eine ungewöhnliche Vorlage. Spieler erinnern sich vor allem an eigene Entscheidungen innerhalb klarer Regeln und weniger an eine feste Folge von Figuren und Szenen. Eine Partie bringt Konkurrenten in denselben Raum und nimmt ihnen nach und nach sichere Möglichkeiten. Fernsehen braucht zusätzlich einen Grund, bestimmten Menschen über die erste Gefahr hinaus zu folgen. Darin liegt die Freiheit der Brüder Glover: Sie müssen keine Kampagnenhandlung nacherzählen. Sie müssen aber aus einem Wettbewerb eine Geschichte mit Folgen machen, statt bloß eine lange Reihe von Kampfszenen zu liefern.

Wer tatsächlich beteiligt ist

KRAFTON nennt neben Donald und Stephen Glover ausführende Produzenten von Neon TV, Gilga und der eigenen Unterhaltungssparte LV3H. TheWrap beschreibt PUBG als Battle-Royale-Spiel. Die Brüder Glover arbeiteten schon bei Atlanta und weiteren Produktionen zusammen, doch diese Erfahrungen legen den Ton der Adaption nicht fest. Der Wettbewerb des Spiels bildet einen bekannten Rahmen. Die Serie könnte einem einzelnen Teilnehmer, einer wechselnden Gruppe oder einem größeren Ausschnitt der Konkurrenz folgen. Jede Entscheidung würde eine andere Erzählform schaffen. Das angekündigte Kreativteam hat die Freiheit, diese Perspektive und die Figuren gemeinsam zu entwickeln.

Die sich verengende Spielwelt könnte auch Beziehungen unter Druck setzen. Zusammenarbeit ist in einem solchen Wettbewerb vorläufig: Verbündete helfen einander, doch jede neue Gefahr verändert, was sie einander schulden. Daraus kann ein Motor für mehrere Folgen entstehen, wenn uns die Entscheidungen der Figuren vor dem nächsten Gefecht interessieren. Vielleicht erkundet die Serie auch mehr von der Welt außerhalb der Überlebensregeln. Bisher hat das Team dazu nichts angekündigt. Das sind erzählerische Möglichkeiten, keine Berichte über ein bereits feststehendes Drehbuch.

Was eine Adaption leisten muss

Im Spiel handeln die Beteiligten selbst. Sie entscheiden, wo sie landen, wann sie sich verstecken und wann sie einen Kampf riskieren. Das Fernsehpublikum kann solche Entscheidungen nicht treffen. Die Serie muss Teilnahme deshalb in Spannung übersetzen. Man muss verstehen, was eine Figur will, was sie weiß und was ihre Wahl kostet. Eine bekannte Karte oder ein wiedererkennbarer Gegenstand schaffen Vertrautheit, aber noch keine starke Szene. Die Glovers wecken Interesse, weil ihre bisherigen Arbeiten Komik, Drama und gesellschaftliche Beobachtung verbanden. Einen bestimmten Tonfall verspricht das für PUBG dennoch nicht.

Entscheidend wird sein, ob die Figuren mehr sind als ihre Ausrüstung. Im Spiel kann nach einer Niederlage die nächste Runde beginnen. In einer fortlaufenden Serie sollte ein Verlust die Überlebenden verändern und auch unseren Blick auf sie. Das Battle-Royale-Prinzip kann gerade deshalb fesseln, weil es Wahlmöglichkeiten einschränkt. Es bleibt leer, wenn diese Möglichkeiten nie Menschen gehörten, die wir verstehen. Welche Optik oder Produktionsgröße Netflix später wählt, löst diese erzählerische Aufgabe nicht von allein.

Entwicklung ist der aktuelle Schritt

KRAFTON stellt das Vorhaben als Teil seiner Pläne dar, PUBG über das Spiel hinaus als Unterhaltung zu nutzen. Damit ist das Interesse an einer Realserie erklärt, aber noch keine Hauptfigur und keine Form für einzelne Folgen gefunden. Die Brüder Glover müssen entscheiden, welche Elemente eines Spiels über Entscheidungen der Spieler zu dramatischen Entscheidungen von Figuren werden. Ein bekannter Titel kann Publikum zur ersten Folge führen. Damit es bleibt, muss die Geschichte Beziehungen und Folgen entwickeln. An diesem Ansatz arbeiten die angekündigten Partner nun gemeinsam.

Für filmbuZZer ist nicht die Annahme reizvoll, jedes erfolgreiche Spiel müsse verfilmt werden. Interessant ist, dass PUBG einen starken Druckmechanismus, aber kaum eine festgelegte Geschichte liefert. Die Autoren werden eine eigene Entscheidung treffen müssen. Regeln können Dringlichkeit erzeugen. Erst die Figuren zeigen, was sie für einen Menschen bedeuten. Ob daraus eine scharfe Überlebensgeschichte, eine Erzählung über Zusammenarbeit oder etwas Unerwartetes wird, ist offen. Die Nachricht benennt das Team, das diesen Weg finden muss. Sein Ergebnis wird sich erst am fertigen Werk messen lassen.

Quellen