Die Bennets kommen in Bewegung
Netflix hat den ausführlichen Trailer zur sechsteiligen Adaption von Pride and Prejudice veröffentlicht. Die Serie startet am 3. Dezember. Emma Corrin spielt Elizabeth Bennet, Jack Lowden Mr. Darcy; Olivia Colman und Rufus Sewell verkörpern Elizabeths Eltern. Nach ersten Bildern und einem früheren Teaser zeigt das neue Material die Familie und ihre Verehrer nun in Gesprächen und Konflikten. Dolly Alderton schrieb alle sechs Folgen, Euros Lyn führte Regie. Der Trailer ist auf Netflix' offizieller Tudum-Seite zugänglich.
Bei dieser Geschichte ist an einem längeren Trailer interessant, wie Menschen aufeinander reagieren, nicht nur, wie die Kostüme aussehen. Austens Handlung lebt von vorschnellen Urteilen, die später mühsam korrigiert werden. Eine Adaption kann dieses Thema in einem Satz erklären. Auf dem Bildschirm muss es durch Timing, Verlegenheit und kleine Veränderungen im Gesicht einer Figur entstehen. Corrin und Lowden müssen ihre anfängliche Reibung deshalb wie einen Austausch wacher Menschen wirken lassen. Sie sollte keine mechanische Verzögerung vor einer Romanze sein, deren Verlauf viele Zuschauer bereits kennen.
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Die Einwilligung gilt nur für dieses Video auf dieser Seite. Du kannst den Player jederzeit deaktivieren. DatenschutzEine Familie, nicht nur ein berühmtes Paar
Im Trailer sind auch die fünf Bennet-Schwestern gemeinsam zu sehen. Freya Mavor spielt Jane, Hopey Parish Mary, Hollie Avery Kitty und Rhea Norwood Lydia. Jamie Demetriou tritt als Mr. Collins auf, Daryl McCormack als Mr. Bingley, Louis Partridge als Mr. Wickham und Fiona Shaw als Lady Catherine de Bourgh. Das ist für sechs Folgen ein dichtes soziales Geflecht. Die Figuren müssen erkennbar bleiben, auch wenn die Liebesgeschichte im Mittelpunkt der Werbung steht.
Im Haus der Bennets bekommen Elizabeths Entscheidungen Gewicht, weil kaum etwas privat bleibt. Der Fehler einer Schwester kann die Aussichten einer anderen verändern. Die Hoffnung der Eltern kann für eine Tochter zur öffentlichen Peinlichkeit werden. Das ist komisch, bis die Folgen ernst werden. Hat die Familie einen eigenen Rhythmus, gewinnt auch Elizabeths Beziehung zu Darcy an Schärfe. Ihre Urteile entstehen nicht in einem leeren Salon. Jedes Gespräch hat Zuhörer, und diese bringen Erwartungen an Geld, Rang und Heirat mit. Sechs Folgen geben Raum, diesen Druck zu zeigen, ohne jede Schwester auf eine einzige Eigenschaft zu verkürzen.
Was sechs Folgen leisten können
Alderton erklärte Netflix, dass sie sich eng am Roman orientiert und den Raum einer Serie für Figuren und Handlungsstränge nutzen will, die sonst leicht zu kurz kommen. Daraus ergibt sich ein guter Maßstab: Mehr Zeit sollte Beziehungen verständlicher machen, statt bekannte Stationen nur auseinanderzuziehen. Lyn muss die Szenen so führen, dass ein Blick durch einen Raum nach einem späteren Gespräch etwas anderes bedeutet. Der Trailer lässt ein Interesse an solchen Begegnungen erkennen. Wie die ganze Serie sie gestaltet, kann er noch nicht beweisen.
Werktreue wird oft wie eine Liste von Szenen und Sätzen behandelt. Schwieriger ist es, die gesellschaftliche Logik der Vorlage ins Bild zu übertragen. Elizabeth darf witzig und trotzdem im Irrtum sein. Darcy kann zurückhaltend bleiben, ohne zum leeren romantischen Preis zu werden. Mrs. Bennet kann komisch wirken, während ihre Sorge um die Zukunft der Töchter nachvollziehbar bleibt. Sechs Folgen können diese Seiten zusammenhalten. Sie können aber auch Tempo verlieren, wenn jede vertraute Begegnung gleich viel Gewicht bekommt. Eine starke Adaption weiß, welches Missverständnis Zeit braucht und welches in einem gut inszenierten Moment sitzt.
Ein bekanntes Werk mit neuem Ensemble
Netflix hatte Besetzung und Dezembertermin bereits genannt; der neue Anlass ist der ausführliche Trailer. Er erlaubt einen ersten Blick auf das Zusammenspiel der Darsteller und die Mischung aus Komik und romantischer Spannung. Er beweist nicht, dass diese Fassung frühere Verfilmungen übertrifft. Ein solches Urteil gehört zu den fertigen sechs Folgen. Vorerst überzeugt vor allem die geschäftige Welt um Elizabeth und Darcy. Sie kann ihrer vertrauten Geschichte neuen Antrieb geben.
Gerade diese Welt erklärt, warum eine weitere Pride-and-Prejudice-Adaption reizvoll sein kann. Die Konflikte des Romans sind persönlich, aber die Gesellschaft um die Figuren macht jeden persönlichen Fehler öffentlich. Zeigt die Serie mit ihrem Ensemble, wie eine Familie ein vorschnelles Urteil verstärkt, bekommt die Romanze einen echten Widerstand. Netflix hat die Besetzung nun in Bewegung gezeigt. Im Dezember wird sichtbar, ob das Drama seine Wendepunkte ebenso sorgfältig gestaltet wie seine schönen Bilder. Der offizielle Trailer gibt dafür einen ersten Eindruck vom Ton; die vollständige Geschichte hat jetzt einen festen Termin.