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Nasty: Justin Long spielt neben Jenna Ortega und Rose Byrne

Mary Bronsteins Turn-Drama besetzt Long als Co-Trainer in einer Geschichte über Olympiaambitionen und Macht.

Noch ein Trainer im Team

Justin Long stößt zu Nasty, Mary Bronsteins Turn-Drama für Warner Bros.' Label Clockwork. Darüber berichtet der Hollywood Reporter. Jenna Ortega spielt eine talentierte Sportlerin, die in die Olympiamannschaft möchte. Rose Byrne verkörpert ihre fordernde Trainerin. Beide verfolgen Ziele, die im selben Trainingsraum über Anerkennung und die Zukunft der jungen Frau entscheiden. Long soll ihren Bruder und Co-Trainer spielen, einen bei den Turnerinnen beliebten Mann mit einer beunruhigenden anderen Seite. Isabella Jarosz schrieb das Drehbuch; es stand 2024 auf der Black List. Der Dreh soll laut Bericht Mitte November in New Orleans beginnen. Damit ist die neue Besetzung mehr als ein weiterer Name auf dem Plakat. Der Konflikt der Athletin beschränkt sich nicht auf eine einzige einschüchternde Autoritätsfigur. Ein weiterer Erwachsener im Trainingsumfeld könnte genauer zeigen, wie schädliche Macht innerhalb einer nach außen hilfsbereiten Gruppe funktioniert. Die Rollen sind beschrieben; wie der fertige Film ihre Loyalitäten verteilt, wissen wir noch nicht. Der geplante Drehbeginn ist eine Ankündigung; er belegt noch nicht, dass die Kameras bereits laufen.

Druck hat nicht nur eine Stimme

Eine Geschichte über Spitzensport könnte ihren Druck sehr einfach vermitteln: Jeder Erwachsene spricht streng und droht. Unheimlicher ist eine Version, in der der Druck vernünftig klingt. Eine Trainerin verlangt Ergebnisse, ein anderer bietet Trost und bekräftigt nebenbei dieselbe Forderung. Die junge Sportlerin muss entscheiden, wem sie glaubt, während sie beide für ihren Weg braucht. Longs beschriebene Rolle eröffnet diese Möglichkeit, weil Beliebtheit und eine dunklere Seite bereits Teil der Figurenanlage sind. Das heißt nicht, dass bestimmte Manipulationsszenen feststehen. Der Nutzen der Rolle liegt im Aufbau der Geschichte. Sie kann verhindern, dass der Konflikt zum schlichten Duell zwischen Athletin und einer Bösewichtin schrumpft. Das Drehbuch kann darüber hinaus zeigen, wie ein ganzes Trainingsumfeld Schweigen, Anpassung oder Charme belohnt. Der verstörendste Moment könnte ein freundliches Gespräch sein, dessen Preis erst später sichtbar wird. Das Lächeln des beliebten Trainers kann mehr Druck ausüben als ein Befehl, wenn die Athletin den Preis einer Absage kennt.

Der Körper im Film über Ehrgeiz

Turnen gibt dem Kino eine starke Bildsprache: einstudierte Bewegungen, wiederholte Korrekturen, die Pause vor einem schwierigen Versuch und den Körper danach. Diese Bilder können begeistern. Sie können aber auch die Arbeit und Angst unter einer makellosen Vorführung verdecken. Bei Nasty verleiht der angekündigte Konflikt zwischen Olympiahoffnung und Trainerin jeder sportlichen Leistung eine mögliche zweite Bedeutung. Ist eine Kür Selbstausdruck, Beweis erfolgreicher Förderung oder eine Forderung, die die Athletin nicht gefahrlos ablehnen kann? Das ist eine Frage, die aus der Prämisse entsteht, keine Beschreibung bereits gesehener Szenen. Bronstein und ihre Darsteller müssen innerhalb des Spektakels den Blick der Sportlerin finden. Bewundert die Kamera nur perfekte Bewegungen, übernimmt sie leicht die Perspektive der Institution, die sie verlangt. Achtet sie auf Erholung, Zögern und Entscheidungen, wird aus der jungen Frau mehr als ein Körper für schöne Schwierigkeiten. Ihr Gesicht nach einem gelungenen Versuch könnte deshalb mehr verraten als die Wertung oder die saubere Landung.

Das Ensemble bestimmt die Schärfe

Ortega und Byrne waren bereits vor Longs Verpflichtung dabei. Neu ist also die Erweiterung des Beziehungsgeflechts, nicht die erste Ankündigung des Films. Bronstein hat zuvor mit Byrne gearbeitet. Das macht das Zusammenspiel zusätzlich interessant, garantiert aber keine bestimmte Wirkung. Der neue Co-Trainer könnte die Geschichte komplizierter machen, wenn er überzeugend und zugleich beunruhigend sein darf. Menschen bleiben selten nur deshalb in einer schädlichen Struktur, weil dort jeder Moment offensichtlich grausam ist. Die angenehmen Augenblicke können es gerade schwer machen, die anderen zu benennen. Darin liegt die dramatische Möglichkeit dieser Rolle. Der Film muss der Athletin allerdings ein eigenes Leben geben, damit sie nicht zum austauschbaren Symbol für Ehrgeiz wird. Ihre privaten Entscheidungen werden bestimmen, wie viel Gewicht der Machtkampf bekommt. Die Besetzung legt dafür eine interessante Form nahe. Die Details muss der fertige Film noch entwickeln. Für Long liegt darin eine wichtige Aufgabe: Seine Figur kann die Forderungen eines Systems freundlich klingen lassen.

Quellen