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McLeod’s Daughters: Neuauflage dreht im ländlichen Victoria

Stan und VicScreen benennen einen neuen australischen Drehort für die Rückkehr nach Drovers Run.

Ein neuer Drehort für einen vertrauten Hof

Stan und VicScreen haben das ländliche Victoria als Drehort der neuen McLeod’s-Daughters-Serie festgelegt. Laut der Mitteilung vom 29. Oktober soll fast vollständig dort gedreht werden. Die Geschichte bleibt mit Drovers Run und einer neuen Generation der McLeod-Frauen verbunden. Werner Film Productions, ein Teil von BBC Studios, produziert; VicScreen beteiligt sich mit einer größeren Investition. Die ursprüngliche Serie entstand überwiegend in South Australia. Der Wechsel betrifft also die tatsächliche Produktion. Er bedeutet nicht, dass der fiktive Hof innerhalb der Handlung einfach umgezogen wäre.

Dieser Unterschied ist wichtig, weil die Landschaft in der Serie nie nur Kulisse war. Die Entfernung zwischen Höfen, die Arbeit am Betrieb und die Schwierigkeit, das Zuhause zu verlassen, banden Beziehungen an einen konkreten Ort. Ein anderes Drehgebiet gibt der Neuauflage neue Bilder. Autoren und Regie müssen trotzdem ein erkennbares Gefühl für Drovers Run bewahren. Eine schöne Totale genügt dafür nicht. Der Alltag, die Wege der Figuren und ihre Gründe zu bleiben müssen den Ort bewohnt wirken lassen.

Wie groß die Produktion geplant ist

Stan und VicScreen rechnen mit Ausgaben von bis zu 35 Millionen australischen Dollar in Victoria und bis zu 900 Arbeitsplätzen. Das sind Prognosen aus der Ankündigung, keine bereits ausgegebenen Mittel oder besetzten Stellen. Das Paket umfasst auch Ausbildung und Zusammenarbeit mit regionalen Gemeinden. Die ursprüngliche Serie lief zwischen 2001 und 2009 über acht Staffeln und 224 Folgen. Die Neuauflage trifft daher auf viele Erinnerungen an diese Welt. Einen genauen Starttermin nennt Stan in der aktuellen Mitteilung nicht.

Die Zahlen zeigen, dass eine Drehortentscheidung weit über den Geschmack einer Motivsuche hinausgeht. Eine größere Serie kann Teams, Infrastruktur und Nachwuchs außerhalb eines Studios in der Hauptstadt beschäftigen. Aus einer Wirtschaftsprognose lässt sich aber nicht ableiten, ob sich die neue Serie wie McLeod’s Daughters anfühlen wird. Der künstlerische Prüfstein ist kleiner und konkreter: Können die neuen Figuren Arbeit und familiäre Verpflichtungen so glaubwürdig verbinden, dass der Hof wieder mehr ist als ein reizvoller Hintergrund? Die Investition schafft die Möglichkeit, diese Frage zu beantworten.

Die nächste Generation übernimmt

Nach Stans Beschreibung begleitet die neue Serie die nächste Generation der McLeod-Frauen und bleibt zugleich in der Welt von Drovers Run. Das deutet auf Kontinuität durch Ort und Familie statt auf eine Wiederholung des Lebens der ursprünglichen Schwestern. Die erste Serie fand ihren Rhythmus in der landwirtschaftlichen Arbeit und den wechselnden Beziehungen. Beides kann weiter tragen. Die neuen Hauptfiguren brauchen aber eigene Entscheidungen. Ein Generationswechsel funktioniert nur, wenn die Jüngeren mehr sein dürfen als ein Weg zurück zu bekannten Namen und Bildern.

Die stärkste Spannung könnte zwischen Erbe und freier Wahl entstehen. Ein Hof ist Zuhause und Unternehmen zugleich. Eine jüngere Figur kann ihn lieben, ohne genau das Leben führen zu wollen, das ältere Verwandte für sie vorgesehen haben. Dafür braucht es keine künstlich aufgeblähte Katastrophe. Eine Entscheidung über Land, Geld oder Verantwortung kann mehrere Beziehungen gleichzeitig verändern. Entstehen solche Konflikte aus der Arbeit der Figuren, wird der Ort für die Handlung unverzichtbar. Bloße Sehnsucht nach der früheren Serie könnte die neue Landschaft schön, aber austauschbar machen.

Was der Ortswechsel erzählerisch eröffnet

Stans Mitteilung stellt das Projekt neben andere Produktionen von Nine und Stan, die zuletzt in Victoria entstanden. Das erklärt den praktischen Reiz einer regionalen Basis. Die Geografie kann aber auch die Erzählweise prägen. In ländlichen Geschichten kostet eine Fahrt in die Stadt Zeit; Nachbarn können unentbehrlich sein, und ein Streit setzt sich während eines ganzen Arbeitstages fort. Solche Belastungen wirken glaubhafter, wenn die Serie das Land als Arbeitsumgebung ernst nimmt und nicht als Postkartenmotiv verwendet.

Victoria wird der Produktion ihren sichtbaren Horizont geben. Entscheidend ist, ob dieser Horizont zu den Menschen im Bild gehört. Die stärkste neue Fassung von McLeod’s Daughters würde neue Beziehungen, neue Arbeit und neue Konflikte verändern lassen, was Drovers Run für die Figuren bedeutet. Zugleich braucht die Rückkehr genug Kontinuität, damit sie Gewicht hat. Stan hat nun einen Ort und einen Produktionsrahmen benannt. Der erste ausführliche Blick auf die Figuren wird zeigen, ob daraus eine eigene Geschichte entsteht.

Quellen