Diese Quelle enthält Handlungszusammenfassungen und Enden der Lupin-Teile 1–3.
Acht neue Folgen
Teil 4 von Lupin startet am 23. Oktober bei Netflix; alle acht Folgen erscheinen zugleich. In der Handlung sind seit Teil 3 vier Jahre vergangen. Assane Diop sitzt noch im Gefängnis und will seine Strafe verbüßen. Seinem Sohn hat er versprochen, anschließend die Familie im Senegal zu besuchen. Ein Dieb, der den Namen Lupin benutzt, zerstört diesen Plan: Mehrere Museen werden koordiniert beraubt, und die Spuren weisen auf Assane, obwohl er seine Unschuld beteuert.
Auf der offiziellen Besetzungsliste stehen wieder Ludivine Sagnier, Antoine Gouy, Soufiane Guerrab und Shirine Boutella; hinzu kommen Théo Christine und Laïka Blanc-Francard. Netflix nennt George Kay als Schöpfer in Zusammenarbeit mit François Uzan. Omar Sy und Louis Leterrier sind Showrunner, Gaumont und Carrousel Studios produzieren. Damit bleibt das kreative und darstellerische Zentrum der Serie erhalten, obwohl die Geschichte einen deutlichen Zeitsprung macht.
Der Nachahmer benutzt Assanes öffentliche Signatur als Waffe. Eine Kamera scheint ihn bei einem der Überfälle zu zeigen. Assane muss ausbrechen, seine Unschuld beweisen und den Dieb entlarven, der unter seinem Namen handelt. Damit kehrt die Serie einen vertrauten Lupin-Reiz um. Sonst kontrolliert Assane seine Verkleidung und die Erwartungen des Publikums. Jetzt lenkt jemand anders beides. Der Zeitsprung gibt den Menschen draußen zugleich Zeit, sich zu verändern, während er sein eigenes Bild nicht schützen kann.
Was ein Ausbruch kosten würde
Lupin übernimmt Namen und Geist von Maurice Leblancs Meisterdieb, gibt seiner Hauptfigur aber eine eigene Geschichte. Assanes Abenteuer begannen mit einem Unrecht an seinem Vater. Seine Pläne nutzen immer wieder Institutionen, wertvolle Objekte und die Erwartungen wohlhabender Menschen gegen diese selbst. Arsène Lupin ist die literarische Inspiration innerhalb dieser modernen Serie, nicht die Figur, die Sy spielt. So kann die Geschichte den Reiz des klassischen Gaunerstücks in die Gegenwart übertragen.
Der bevorstehende Ausbruch schärft einen alten Konflikt. Assane kann eine Szene mit Beobachtung, Verkleidung und genauem Timing gewinnen. Jeder erfolgreiche Trick verlangt aber auch etwas von den Menschen, die ihm nahestehen. Das Versprechen an seinen Sohn macht diese Kosten greifbar. Der Nachahmer zwingt ihn zurück in eine Rolle, die er hinter sich lassen wollte. Entscheidend ist, wie er seinen Namen reinwäscht, ohne die Zukunft der Familie erneut einem genialen Plan zu opfern.
Der Nachahmer verschärft dieses Problem. Assanes alte Pläne funktionieren, weil er vorausahnt, wie Wachleute, Polizei und Zuschauer einen Namen oder ein Gesicht lesen. Nun wurden Spuren gegen ihn inszeniert, und seine Methoden werden kopiert. Acht Folgen auf einmal lassen sein Gegenmanöver ohne wöchentliche Pause verfolgen. Trotzdem muss jede Wendung verdient sein. Am spannendsten könnte ein Zug sein, der die Annahmen des Imitators offenlegt, statt nur einen heimlich vorbereiteten Ausbruch zu enthüllen.
Die Sicht der anderen
Paris war für Lupin stets eines der wichtigsten Werkzeuge. Museen, Straßen und elegante Wohnungen werden zu Teilen eines Rätsels. Der Auftakt hinter Gittern nimmt der Serie zunächst vielleicht diesen visuellen Reiz. Das könnte ihr guttun. Muss Assane aus zweiter Hand erfahren, was draußen geschieht, teilen wir seine Unsicherheit. Ein vertrauter Ort kann durch die Schilderung einer anderen Person spannender wirken als durch die nächste schöne Aufnahme einer Sehenswürdigkeit.
Ebenso wichtig ist deshalb die zurückkehrende Besetzung. Assane fasziniert, weil nicht alle Figuren seine Einfälle als Geschenk empfinden. Ein Partner sieht in einem genialen Trick vielleicht ein weiteres gebrochenes Versprechen; ein Ermittler liest denselben Vorgang als Beweis. Der Zeitsprung eröffnet die Möglichkeit, diese Perspektiven tatsächlich zu zeigen, statt alle am alten Cliffhanger wieder auf ihre vorherigen Positionen zu stellen. Darin steckt für uns die interessanteste Frage von Teil 4.
Alle acht Folgen starten heute. Die Nachahmergeschichte gibt Assane eine dringende Aufgabe, das Versprechen an seinen Sohn bestimmt ihren Preis. Um seinen Namen reinzuwaschen, braucht er womöglich gerade jene öffentliche Genialität, die ihn früher von der Familie fernhielt. Das glänzendste Gegenmanöver wäre dann eines, das diese Beziehung verändert, statt das alte Gleichgewicht wiederherzustellen. Eine Signatur kann er zurückholen; Vertrauen zu gewinnen dürfte schwerer sein.