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Long Years Ago: Vidya Balan und Mélanie Laurent verstärken Ritesh Batras Film

Batras zuvor unbetitelter Film aus Mumbai hat nun einen Namen und ein größeres Ensemble für seine 1991 angesiedelte Familiengeschichte.

Ein Titel und eine größere Besetzung

Ritesh Batras zuvor unbetitelter Film heißt nun Long Years Ago. Cinema Express berichtete am 26. Oktober, dass Vidya Balan und Mélanie Laurent neben Saif Ali Khan zur Besetzung der Produktion in Mumbai gehören. Der Film wird als Familienkomödie mit dramatischen Elementen beschrieben und spielt 1991. Jio Studios ist beteiligt. Dreharbeiten mit Khan waren bereits am 21. Oktober gemeldet worden. Neu sind der Titel und das größere Ensemble; die genauen Beziehungen der Figuren bleiben unbekannt. Die knappe Prämisse handelt von Angehörigen, die wichtige Dinge zu lange unausgesprochen gelassen haben.

Schweigen trägt einen Familienfilm nur dann, wenn es konkrete Folgen hat. Eine unterlassene Entschuldigung kann verändern, wer neben wem sitzt. Ein altes Missverständnis kann bestimmen, wer sich im Notfall um etwas kümmert. Solcher Druck könnte einen alten Konflikt in einem alltäglichen Raum sichtbar machen: Wer greift ein, und wer schweigt wieder? Auch das Jahr 1991 könnte mehr als eine optische Kulisse sein. Gespräche ließen sich damals nicht in einer endlosen Folge von Kurznachrichten vertagen; räumliche Entfernung hatte einen anderen Alltag. Wenn die Zeitwahl erklären soll, warum diese Familie so lange nicht redet, muss sie mehr leisten als Kleidung und Musik aus der Vergangenheit.

Ein Wiedersehen und eine unbekannte Familie

Ihre Wiederbegegnung liefert eine verständliche Schlagzeile, sollte aber nicht den ganzen neuen Film verdecken. Mit Laurent kommt eine Schauspielerin aus dem französischen und internationalen Kino hinzu. Cinema Express bezeichnet Long Years Ago als ihr Debüt im Hindi-Film. Die zugänglichen Berichte verraten nicht, welche Sprache jede Szene verwendet oder wie ihre Figur mit der Familie verbunden ist. Auch ob die drei Hauptdarsteller ständig gemeinsam auftreten, ist offen. Diese Lücken sollte man stehen lassen. Eine vertraute Paarung weckt Erwartungen, doch die neuen Beziehungen lassen sich nicht aus früheren Filmen ableiten. Laurents Spiel könnte dem Ensemble einen anderen Rhythmus von Reden und Zuhören geben. In einer Geschichte über Ausweichmanöver können die Pausen zwischen Menschen ebenso viel verraten wie ihre späteren Geständnisse.

The Lunchbox ist als Vergleich relevant, weil Batra darin aus missglückter Kommunikation und alltäglichen Routinen emotionale Spannung entwickelte. Daraus folgt nicht, dass Long Years Ago dieselbe Geschichte oder denselben Ton wiederholt. Hier stehen nach bisheriger Beschreibung eine Familie und Sätze im Mittelpunkt, die erst unter Druck ausgesprochen werden. Eine tragikomische Geschichte kann solche Momente zugleich schmerzhaft und komisch machen: Jemand findet zu spät die richtigen Worte, oder alle Beteiligten haben eine Situation anders verstanden. Die scheinbar kleine Anlage ist anspruchsvoll. Damit eine Aussprache trägt, braucht jede Person einen Grund für ihr Schweigen, der im Augenblick nachvollziehbar und im Rückblick schädlich wirkt.

Was der Produktionsbeginn bestätigt

Die Produktionsangaben sind auch jenseits der Besetzung wichtig. India Today nennt Jio Studios. Cinema Express führt Batras und Ahmeds Poetic-Licence-Banner sowie Good Chaos auf. Laut dem von Rediff veröffentlichten ANI-Bericht hat die Hauptdreharbeit begonnen; das ist etwas anderes als ein bloß angekündigter Dreh. Die Meldungen stimmen darin überein, dass Mumbai der wichtigste Schauplatz der Produktion ist. Die Schauspieler äußern sich begeistert, doch Werbeaussagen beweisen noch nicht, wie ihre Leistungen im fertigen Film wirken. Ein Mumbai des Jahres 1991 macht alltägliche Räume für die Handlung besonders wichtig. Ein Haustelefon, ein Bürokorridor oder eine Fahrt durch die Stadt entscheiden mit darüber, wer sich treffen und sprechen kann. Die Zeit könnte die praktische Entfernung zwischen den Angehörigen genauso prägen wie ihre Kleidung oder Musik.

Interessant ist die Verbindung aus einem bestimmten Jahr, einem Ort und Darstellern, die einen intimen Konflikt tragen können. Unverwechselbar wird der Film erst, wenn er zeigt, wie Jahre des Schweigens das Verhalten geprägt haben, bevor jemand eine Erklärung liefert. Ein spätes Geständnis bedeutet wenig, wenn zuvor seine Folgen nicht in Begegnungen zu spüren waren. Batras bisherige Filme sind ein guter Grund, hinzusehen, aber keine Qualitätsgarantie. Als Nächstes wären eine genauere Inhaltsangabe, Bilder vom Dreh oder ein Startplan aussagekräftig. Bis dahin ist Long Years Ago ein Film in Produktion, dessen zentrale dramatische Frage klar ist, obwohl die Vergangenheit dieser Familie noch unbekannt bleibt.

Quellen