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Kid Cudi will Basquiat-Film Jean schreiben, inszenieren und selbst spielen

Der Musiker kündigt für 2027 Dreharbeiten zu einem Film über Jean-Michel Basquiat an. Weil er drei zentrale kreative Aufgaben übernimmt, wird die Perspektive besonders wichtig.

Kid Cudis angekündigter Film

Kid Cudi will einen Film über Jean-Michel Basquiat schreiben, inszenieren und die Hauptrolle selbst übernehmen. Er trägt den Titel Jean; die Dreharbeiten sind für 2027 geplant. Der Musiker stellte das Projekt in einem Beitrag in sozialen Medien vor, über den Stereogum am 21. Oktober berichtete. Damit gestaltet Cudi Basquiats Geschichte vor und hinter der Kamera.

Diese Verbindung von Aufgaben gibt dem Projekt schon vor dem ersten Drehtag eine deutliche persönliche Handschrift. Wer Drehbuch, Regie und Hauptrolle übernimmt, kann eine Sicht auf Basquiat konsequent verfolgen. Damit liegt aber auch viel Gewicht auf einer einzelnen Deutung eines Lebens, das Freunde, andere Künstler, Galeristen und Familienmitglieder sehr unterschiedlich erlebt haben.

Cudi erklärt, er habe den Maler durch Bücher und Gespräche mit Menschen aus dessen Umfeld erforscht. Den geplanten Film beschreibt er als Hommage an Basquiat, New York und die achtziger Jahre. Das ist ein brauchbarer Ausgangspunkt. Entscheidend wird sein, ob Szenen zeigen, wie ein bestimmtes Bild, eine Beziehung oder eine Entscheidung entstand, statt nur die Kleidung einer Epoche auszuspielen.

Die Ankündigung nennt noch keinen Verleih, keine vollständige weitere Besetzung und keinen Veröffentlichungstermin. 2027 bezeichnet den geplanten Dreh. Diese offenen Entscheidungen betreffen auch den Film selbst: Der Zugang zu bestimmten Bildern und Archiven, die Mitarbeit von Menschen aus Basquiats Umfeld und der Umfang der Produktion prägen, welche Teile seines Lebens gezeigt statt nur nacherzählt werden können.

Mehr als ein schneller Aufstieg

Die Chronologie des Basquiat-Nachlasses verortet seine Arbeit in der New Yorker Downtown-Szene, bevor er Anfang der achtziger Jahre rasch in den Galerien bekannt wurde. Das Smithsonian beschreibt ihn als in Brooklyn geborenen Künstler mit haitianischen und puerto-ricanischen familiären Wurzeln. Sein Leben war kurz. Es bloß als Wettlauf zum Ruhm zu erzählen, würde das soziale und künstlerische Umfeld seiner Arbeit verkleinern.

Eine Filmbiografie hat beim Malen ein besonderes Problem. Ein einzelner Pinselstrich lässt sich gut filmen. Die Kraft eines Bildes entsteht aber oft aus wiederholten Worten, durchgestrichenen Zeichen, übernommenen Symbolen und dem Zusammenstoß mehrerer Verweise auf derselben Fläche. Zeigt die Kamera nur einen Schauspieler, der heftig auf eine Leinwand einwirkt, vermittelt sie Energie, aber wenig vom Denken des Bildes.

Ein stärkerer Weg führt über Arbeitsprozesse und Gespräche. Basquiats Werke lassen einen lesen, zurückgehen und die Beziehung zwischen Wort und Bild neu wahrnehmen. Film kann dieser Bewegung Zeit geben: Ein Gedanke aus einer Szene kehrt als Zeichen in einer anderen wieder. Ein vermeintlicher Erfolg in der Galerie kann aus dem Atelier heraus ganz anders wirken.

So könnte New York mehr sein als ein schicker Hintergrund. Museen, Musikorte, Straßen, Freunde und konkurrierende Künstler gehören zur Textur dieser Geschichte. Wenn jede Begegnung nur dazu dient, dem Hauptdarsteller seine Genialität zu bescheinigen, ersetzt der Film eine vielschichtige künstlerische Gemeinschaft durch eine Folge von Bewunderern. Gerade die Widersprüche dieser Umgebung könnten den Porträtfilm tragen.

Was die eigene Handschrift leisten kann

Cudis Karriere als Musiker macht ihn nicht zu einem zweiten Basquiat, und der Film muss keine direkte Gleichsetzung behaupten. Sie könnte ihm aber einen praktischen Zugang zu Fragen nach öffentlichem Bild und privater Arbeit geben. Wird ein Künstler zum Symbol, droht dieses Symbol die Mühe, die Zusammenarbeit und die gewöhnlichen Unsicherheiten hinter der Arbeit zu verdecken.

Mit seiner Entscheidung, auch Regie zu führen, wählt Cudi ausdrücklich eine Perspektive. Wessen Erinnerungen gelten? Welche Bilder bekommen mehr Raum als eine kurze Einstellung? Dürfen Menschen in Basquiats Umgebung eigene Ziele haben, die nicht nur ihn erklären? An diesen Antworten wird sich entscheiden, ob Jean ein Porträt oder ein Denkmal wird.

Eine Biografie braucht außerdem Platz, damit das Publikum der Hauptfigur widersprechen kann. Das gilt besonders für einen Künstler, der jung starb und dessen späterer Ruhm Rückblicken etwas Zwangsläufiges verleiht. Eine Szene darf mehrdeutig bleiben. Das kann aufschlussreicher sein als eine glatte Rede über Bestimmung. Ein guter Film erkennt eine außerordentliche Begabung an, ohne jede Entscheidung zu verklären.

Für Jean ist ein Dreh im Jahr 2027 geplant; Cudi bündelt Drehbuch, Regie und Hauptrolle in einer Person. Entscheidend wird, wie diese Stimme Raum für Basquiats Bildsprache und die Menschen schafft, die sie mitprägten. Seine Werke bewegen sich zwischen Worten, Bildern und aufgegriffenen Zeichen. Ein Film über ihn braucht ebenso viel Aufmerksamkeit für das, was jenseits seines Stars liegt.

Quellen