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In Waves zeigt seinen offiziellen Trailer vor dem Netflix-Start im Dezember

Will Sharpe und Stephanie Hsu sprechen die Hauptrollen in Phuong Mai Nguyens Adaption. Zeichnen und Surfen geben der Liebesgeschichte zwei verschiedene Formen des Augenblicks.

Ein neuer Trailer für eine gezeichnete Liebe

Netflix hat den offiziellen Trailer zu In Waves veröffentlicht, Phuong Mai Nguyens animierter Adaption von AJ Dungos grafischen Erinnerungen. Will Sharpe spricht AJ, Stephanie Hsu übernimmt Kristen. Der Netflix-Start ist am 11. Dezember. TheWrap nennt ausgewählte Kinovorstellungen ab dem 27. November.

Die offizielle Netflix-Beschreibung stellt einen zurückhaltenden Jugendlichen vor, der zeichnet und Skateboard fährt, sowie eine junge Frau, die das Surfen liebt. Im Verlauf ihrer Beziehung bringt Kristen AJ ins Meer. Eine plötzliche Krankheit stellt das gerade entstehende gemeinsame Leben auf die Probe. Der Trailer ist auf Netflix' verifiziertem YouTube-Kanal zugänglich.

Diese beiden Tätigkeiten geben der Adaption einen besonders klaren Grund für Animation. Zeichnen hält einen Moment fest; Surfen verlangt eine Reaktion auf eine Oberfläche, die sich ununterbrochen verändert. Eine Liebesgeschichte über beides kann zwischen Bewahren und Loslassen wechseln. Die filmische Form kann diese Spannung durch Zeit, Bewegung und das Verhältnis einer Figur zum umgebenden Raum ausdrücken. Sie bekommt damit eine Aufgabe, die bereits aus den Interessen ihrer Protagonisten entsteht.

Das ist konkreter als das allgemeine Versprechen eines gefühlvollen Animationsfilms. Eine gezeichnete Figur kann dieselbe Bildsprache teilen wie jene Erinnerungen, die bewahrt werden sollen. Wasser bringt diese Sprache in Bewegung. Die Adaption muss Illustration nicht als hübsche Zusatzschicht über einer gewöhnlichen Realfilmgeschichte behandeln. Sie kann das Erinnern selbst zum Bestandteil ihrer Erzählweise machen und den Übergang zwischen einem festgehaltenen Bild und einem erlebten Augenblick gestalten.

Offizieller Trailer

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Das Meer verändert den Rhythmus der Beziehung

Die Tätigkeit eines anderen Menschen zu lernen kann Nähe zeigen, ohne sie ausdrücklich zu erklären. Ein Anfänger muss Anleitung annehmen, Peinlichkeit aushalten und einem fremden Urteil vertrauen. Der erfahrene Partner muss entscheiden, wann er erklärt und wann er den anderen versuchen lässt. Das sind kleine Verhandlungen. Sie zeigen aber möglicherweise überzeugender als eine Rede über gegenseitige Unterstützung, wie eine Beziehung tatsächlich funktioniert und welchen Platz beide Menschen darin finden.

Surfen macht solche Verhandlungen körperlich. Zwei Menschen können in dasselbe Wasser gehen und dabei Verschiedenes erleben. Sicherheit, Zögern und Vergnügen bestehen innerhalb desselben Ausflugs nebeneinander. Animation kann den Schwerpunkt durch Dauer und Größenverhältnisse zwischen ihnen verschieben: ein Körper, der vor einer Welle kurz winzig wirkt; eine Pause vor der Bewegung; plötzliches Tempo nach einer Phase der Unsicherheit. Das Gefühl einer Szene ergibt sich dann auch aus ihrer Bewegung.

Die Krankheit der Ausgangslage verändert den Wert dieser gemeinsamen Tätigkeit. Ein mit Möglichkeiten verbundener Ort kann das Gewicht vergehender Zeit annehmen. Die Herausforderung liegt darin, gewöhnliche Freude zu bewahren, statt jeden frühen Moment bereits spätere Trauer ankündigen zu lassen. Freude braucht eine eigene Gegenwart. Sonst wird die Beziehung ausschließlich dadurch wichtig, was ihr möglicherweise geschieht. Ihre besonderen Menschen verschwinden dann hinter der Funktion, einen späteren Verlust möglichst wirksam vorzubereiten.

Hier können Freunde und Gemeinschaft wichtig werden. Liebe verengt sich, wenn das Paar nur für seine gegenseitige emotionale Entwicklung zu existieren scheint. Eine gemeinsame Welt gibt der Beziehung Struktur: vertraute Orte, konkurrierende Pläne und Menschen, die beide auch einzeln kennen. Das Meer kann darin ein Treffpunkt sein. Es muss nicht allein als schöne Kulisse dienen, die ausschließlich für das zentrale Paar reserviert bleibt und sonst keinerlei eigenes Leben besitzt.

Aus Erinnerungen wird Bewegung

Nguyens Film ist ihr Langfilmdebüt; Netflix beschreibt die Buchvorlage als autobiografisch. Dadurch bekommt der Übergang zwischen dem Zeichnen eines Menschen und der animierten Darstellung seiner Erfahrung besonderes Gewicht. Ausgangspunkt ist jemand, der bereits Bilder verwendet, um einem Leben Form zu geben.

Animation kann eine Erinnerung zusammenhängend machen, ohne sie vollständig ausbuchstabieren zu müssen. Ein vereinfachter Raum lenkt den Blick womöglich auf eine Geste. Ein Übergang verbindet Orte durch ein Gefühl statt durch den wörtlichen Weg zwischen ihnen. Solche Entscheidungen bewahren die auswählende Qualität des Erinnerns und schaffen zugleich einen fortlaufenden Film. Das Weglassen wird dann nicht bloß eine Lücke, sondern eine Möglichkeit, Bedeutung und Aufmerksamkeit innerhalb der Bilder zu ordnen.

Die Stimmen erhalten eine verwandte Aufgabe. Sharpe und Hsu müssen die Beziehung in wechselnder Leichtigkeit, Neugier und Vertrautheit hörbar machen. Ein Satz an einen neuen Bekannten wiegt anders, nachdem gemeinsame Routinen entstanden sind. Solche Verschiebungen können Nähe herstellen, ohne dass der Dialog jede Gefühlsänderung ausdrücklich erklären muss. Gerade die Wiederkehr alltäglicher Worte erlaubt es, die Veränderung zwischen zwei Menschen wahrzunehmen und nicht nur die großen Wendepunkte ihrer Geschichte zu markieren.

Der neue Trailer führt In Waves einem größeren Publikum zu. Der stärkste Reiz liegt jedoch bereits in Ausgangslage und Form: Ein zeichnender Mensch begegnet jemandem, der ihm beibringt, sich mit dem Wasser zu bewegen. Diese Verbindung eröffnet der Animation eine Sprache für Liebe als etwas Gelebtes und etwas Bewahrtes. Keine der beiden Seiten muss die andere dabei auf eine handliche Lebenslektion reduzieren. Interessant ist, wie der Film ihr Verhältnis in Bewegung hält.

Quellen