Eine Jagd mit persönlichem Preis
Scott Glosserman soll eine Verfilmung von #iHunt: Killing Monsters in the Gig Economy inszenieren, berichtet Bloody Disgusting am 27. Oktober unter Berufung auf die ursprüngliche Variety-Meldung. Schöpferin Olivia Hill hat das Drehbuch geschrieben. Lilly Wachowski, Sarah Marie Flores und Lawrence Mattis werden als ausführende Produzenten genannt. Die eigene Projektseite beschreibt den Spielfilm als in aktiver Entwicklung. Das ist genauer, als einen bereits laufenden Dreh oder einen Starttermin zu behaupten. Die Geschichte handelt von einer verschuldeten Monsterjägerin, die einen Vampir-Nachtclub angreift, um ihre sterbende Mitbewohnerin zu retten. Damit bekommt die Jagd zuerst ein persönliches Ziel, bevor die größere Wirtschaftsordnung dahinter sichtbar wird.
Der Witz im Titel leistet ernste Arbeit. Ein Vampir nimmt Leben unmittelbar. Eine Auftragsplattform kann Zeit, Sicherheit und echte Wahlmöglichkeiten nehmen und gleichzeitig jede Schicht als flexibel bezeichnen. Der Film könnte diese Ähnlichkeit durch Jobs zeigen, die nur freiwillig wirken, bis die Miete fällig ist. Die offizielle Beschreibung stellt übernatürliche Räuber neben Vorgesetzte, Vermieter und Schulden. Das macht Vampire nicht zu bloßen Symbolen und verlangt keinen Vortrag. Horror funktioniert, wenn die Bedrohung zubeißen kann. Interessanter wäre, wenn zugleich jede Begegnung mit einem Monster zeigt, wer bestimmt, welche Risiken ein Mensch für die nächste Woche eingehen muss.
Aus Spielentscheidungen werden Filmhandlungen
Zum Ausgangsstoff gehören Romane und ein Tischrollenspiel von Hill und Filamena Young. Die offizielle Romanseite beschreibt Lana, die Aufträge gegen Vampire, Werwölfe und Dämonen annimmt, weil ein normaler Job ihre Kosten nicht deckt. Laut der offiziellen Rollenspielseite erfinden die Spieler eigene Jäger und Monster in einer erzählbetonten Stadtfantasy. Das angekündigte Ziel des Films, eine Mitbewohnerin zu retten, bündelt diese große Welt in einer konkreten Handlung. Die Romane betonen Lanas wiederkehrende Auftragsarbeit. Der Film könnte die Kosten eines einzelnen Jobs sichtbar machen und zugleich das System dahinter spürbar halten. So würde die Bedrohung persönlich und wirtschaftlich zugleich.
Der Unterschied zeigt auch eine wichtige Aufgabe der Adaption. Im Spiel können Menschen selbst entscheiden, welche Aufträge sie annehmen und mit welchen Folgen sie leben. Ein Film muss diesen Druck in den begrenzten Weg einer Figur verdichten. Die Krankheit der Mitbewohnerin erklärt, warum ein Nein teuer sein könnte. Der Nachtclub gibt dem Konflikt ein sichtbares Ziel. Die Geschichte muss die scheinbare Freiheit der App als Falle spürbar machen, ohne der Jägerin jede Handlungsfähigkeit zu nehmen. Erzwingt die Handlung bloß jeden Schritt, wird die Kritik an der Arbeitswelt zum Schlagwort. Haben unterschiedliche Entscheidungen unterschiedliche Kosten, kann gerade daraus der Schrecken entstehen.
Ein Film in Entwicklung
Eine Horrorkomödie über bezahlte Monsterjagd muss beide Teile ihrer Idee gleichzeitig ernst nehmen. Der Witz kann bei der Sprache flexibler Arbeit, bei Bewertungen und unmöglichen Forderungen beginnen. Die Gefahr muss jedoch verändern, wie man über diese Witze denkt. Ein Auftrag, der auf dem Telefon absurd aussieht, sollte bedrohlich werden, sobald die Jägerin einem stärkeren Wesen allein gegenübersteht. Der Film könnte den wirtschaftlichen Gedanken sichtbar halten, indem selbst kleine Entscheidungen einen Preis haben: Zeit, Sicherheit, Geld oder Loyalität zur Mitbewohnerin. Das verlangt mehr, als ein Monster zu benennen und eine Verfolgung anzuschließen. Das Publikum muss verstehen können, warum die Annahme eines schlechten Jobs trotzdem vernünftig erscheint.
Die Beteiligung der Schöpferin ist wichtiger als allein der prominente Name unter den ausführenden Produzenten. Hill schreibt den Film nach einer Welt, die sie selbst mitentwickelt hat. Deren wirtschaftliche Details können deshalb direkt ins Drehbuch einfließen, statt erst als Werbethema dazuzukommen. Wachowskis Beteiligung bringt Aufmerksamkeit, doch angekündigt ist sie als ausführende Produzentin und nicht als Regisseurin. Besetzung, Starttermin und öffentlicher Trailer sind durch diese Quellen nicht belegt. Der nächste aussagekräftige Schritt wäre ein Produktionsbeginn oder ein Verleih. Bis dahin bleibt die interessante Frage, ob der Film den Preis eines angenommenen App-Jobs fühlbar macht und gleichzeitig den versprochenen blutigen Horror liefert. Gerade der Gegensatz zwischen bezahltem Auftrag und freiwilliger Rettung einer Freundin könnte die Handlung aus dem üblichen Kampf gegen Monster herausheben.