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I Play Rocky: zweiter Trailer vor dem Kinostart

Anthony Ippolito spielt den jungen Sylvester Stallone in Peter Farrellys Film über die Entstehung von Rocky.

Die Ankündigung

Amazon MGM Studios hat einen zweiten offiziellen Trailer zu I Play Rocky veröffentlicht. Anthony Ippolito spielt den jungen Sylvester Stallone, Peter Farrelly führt Regie nach einem Drehbuch von Peter Gamble. Für ausgewählte Kinos nennt das Studio den 6. November; ein breiterer Start soll später im Monat folgen. Daraus lässt sich kein gleicher Termin für jedes Land ableiten. Der Film erzählt von Stallones Versuch, sein Drehbuch für Rocky zu verwirklichen und selbst die Hauptrolle zu übernehmen. Der Trailer wirbt damit für mehr als ein weiteres Boxdrama: Es geht um Urheberschaft, Verhandlungsmacht und einen Schauspieler, der die Figur nicht aus der Hand geben will.

Offizieller Trailer

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Der Hintergrund

Der ursprüngliche Rocky zeigt, was auf dem Spiel stand. Das AFI-Filmkatalog führt Stallone als Autor und Hauptdarsteller, John G. Avildsen als Regisseur. Bei der Oscarverleihung 1977 gewann Rocky unter anderem als bester Film, für Regie und Schnitt; Stallone war als Darsteller und Drehbuchautor nominiert. Dieses Ergebnis ist längst bekannt. Ein Film über die Zeit davor kann seine Spannung deshalb nicht aus der Frage beziehen, ob Rocky überhaupt entstehen wird. Er braucht konkrete Hindernisse, Beziehungen und Entscheidungen auf dem Weg dorthin. Man kann das Ende kennen und trotzdem mitfiebern, wenn ein Mensch seine Idee gegen die Bedingungen verteidigt, unter denen sie erst realisierbar wird.

Was das Format verändert

Der Titel I Play Rocky benennt den Streit ungewöhnlich direkt. Entscheidend ist nicht nur, ob jemand das Drehbuch kauft, sondern wer die Figur spielen darf. Eine Biografie könnte daraus leicht eine Reihe von Absagen und ein triumphales Ja machen. Damit würde sie Rockys Außenseiterkurve wiederholen, ohne die Mechanismen der Filmbranche zu untersuchen. Interessanter sind die Verhandlungen: Weshalb könnte ein Produzent den Stoff wollen und zugleich seinem Autor die Hauptrolle nicht zutrauen? Was riskiert Stallone, wenn er beides aneinanderbindet? Diese Fragen stecken in der offiziellen Inhaltsangabe. Wie genau der Film sie beantwortet, verrät eine Werbekampagne noch nicht.

Die offene Frage

Ippolito muss mehr leisten, als eine bekannte Stimme oder Körperhaltung nachzuahmen. Das Publikum trägt bereits ein festes Bild von Stallone mit sich. Die Darstellung sollte daneben einen jungen, noch unsicheren Künstler sichtbar machen, aus dem die Ikone erst wird. Farrelly wiederum braucht Wärme und Reibung in einer Geschichte, deren Erfolg feststeht. Matt Dillon, AnnaSophia Robb und Tracy Letts gehören zur weiteren Besetzung; ihre Beziehungen zur Hauptfigur erklärt das Studio nicht vollständig. Die Namen deuten ein breites Ensemble an. Ob deren Perspektiven Gewicht bekommen, lässt sich aus dem Trailer allein nicht entscheiden.

Warum es zählt

Der Kinostart liegt nahe am fünfzigsten Jahrestag von Rockys Premiere 1976. Das schafft einen starken Wiedererkennungswert, kann aber eine unordentliche Entstehungsgeschichte auch zur reinen Ehrenrunde machen. I Play Rocky wird dann interessant, wenn der bekannte Erfolg als Ergebnis unsicherer Entscheidungen erscheint und nicht als Schicksal. Der neue Trailer rückt das Projekt kurz vor dem Start in ausgewählten Kinos erneut ins Blickfeld. Ob der Film den Kampf um das Drehbuch ebenso lebendig erzählt wie den späteren Boxer auf der Leinwand, zeigt erst die fertige Geschichte.

Das Risiko des bekannten Endes

Eine Filmbiografie über einen berühmten Film muss außerdem entscheiden, wessen Arbeit sie sichtbar macht. Die öffentliche Rocky-Erzählung ist eng mit Stallone verbunden. Das AFI-Filmkatalog verzeichnet aber auch Regisseur John G. Avildsen, die Produzenten und weitere Beteiligte; bei den Oscars wurden Regie und Schnitt ausgezeichnet. I Play Rocky kann seinen Hauptdarsteller in den Mittelpunkt stellen und das Filmemachen trotzdem als Zusammenarbeit erzählen. Dann wird Stallones Beharren auf der Hauptrolle komplizierter: Persönliche Überzeugung ist wichtig, doch ohne Menschen, die an dem Projekt mitarbeiten, entsteht kein Film. Gerade diese Spannung könnte die bekannte Erfolgsgeschichte neu öffnen. Der ursprüngliche Rocky wurde nicht allein durch einen einzigen mutigen Satz berühmt. Er bekam seine Wirkung durch Entscheidungen vor und hinter der Kamera. Eine gute Entstehungsgeschichte müsste beides ernst nehmen. Auch die Rolle des Publikums gehört dazu. Wer Rocky liebt, bringt Erinnerungen an den fertigen Film mit. Die neue Produktion muss diesen Wiedererkennungswert nutzen, ohne jede Szene auf ein bekanntes Zitat oder Bild zulaufen zu lassen. Eigenständige Konflikte wären dafür entscheidend.

Quellen