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Homesick: Mena Suvari und David Arquette spielen ein bedrohtes Ehepaar

Der Horrorthriller soll in Winnipeg gedreht werden. Sein gerade leer gewordenes Familienhaus gibt der Bedrohung einen interessanten Ausgangspunkt.

Das Haus verändert sich bereits

Mena Suvari, David Arquette, Belle Shouse und Alberto Rosende übernehmen Rollen in Homesick, berichtet Deadline. Suvari spielt eine Ärztin, die ihrem von Arquette gespielten Ehemann ein Geheimnis verschweigt. Ihre Tochter ist gerade fürs Studium ausgezogen, als eine unbekannte junge Frau eintrifft und ihr Zuhause aus dem Gleichgewicht bringt.

Der Auszug der Tochter gibt dieser Ausgangslage bereits vor Beginn der Gefahr etwas Konkretes. Ein Haus kann körperlich unverändert bleiben, während seine Bedeutung wechselt. Die Abwesenheit eines Kindes hinterlässt Zeit, Räume und Stille, mit denen ein Paar neu umgehen muss. Eine fremde Person unterbricht damit einen Wandel, der längst begonnen hat. Es braucht kein unwahrscheinlich perfektes Familienbild, das nur für seine anschließende Zerstörung aufgebaut wird und vorher keinerlei Widerspruch besitzen darf.

Für einen Ehethriller ist das ein guter Anfang. Zwei Menschen können jahrelang zusammenwohnen, ohne aussprechen zu müssen, was sie jeweils von ihrem Zuhause erwarten. Verändert sich der tägliche Zweck, werden diese Erwartungen sichtbar. Einer begrüßt vielleicht die Ruhe, der andere empfindet sie als Verlust. Eine Störung kann den Unterschied offenlegen, noch bevor beide eine Sprache dafür gefunden haben. So entsteht Spannung aus einem tatsächlich veränderten Alltag.

Suvaris Figur bringt außerdem eine berufliche Identität mit ins Haus. Eine Ärztin ist daran gewöhnt, Fragen zu stellen, Notlagen einzuschätzen und auf die Verletzlichkeit anderer zu reagieren. Diese Gewohnheiten eröffnen interessantere Möglichkeiten, als die Hauptfigur nur besonders handlungsfähig zu machen. Mitgefühl kann jemanden in einer Begegnung halten, obwohl Vorsicht zum Gehen rät. Fachwissen kann bei einer Gefahr Sicherheit vermitteln und gleichzeitig das Erkennen einer anderen erschweren.

Ein Drehplan macht den nächsten Schritt konkret

ACTRA Manitoba führt Homesick als Evoke-Entertainment-Film unter der Regie von Todd Slavkin. Als Drehzeitraum sind der 21. Oktober bis 16. November angesetzt. Deadline nennt Darren Swimmer als Slavkins Mitautor.

Die Aufgabe der beiden Autoren ist interessant, weil eine häusliche Bedrohung zwei Landkarten besitzt. Da ist zunächst die räumliche Karte von Türen, Durchgängen und Zimmern. Daneben besteht die gemeinsame Karte dessen, worüber gesprochen werden darf, welches Thema Widerstand auslöst und was ein Partner beim anderen als Wissen voraussetzt. Spannung entsteht, sobald eine Bewegung auf der einen Karte die Möglichkeiten auf der anderen verändert und eine vertraute Handlung plötzlich einen anderen Sinn bekommt.

Ein verschlossener Raum ist eine offensichtliche Begrenzung. Ein Gespräch, das ohne die Preisgabe eines Geheimnisses unmöglich bleibt, kann ebenso einschränken. Beides zusammen eröffnet Alternativen zur endlosen Folge aus Fluchtversuch und erneuter Gefangenschaft. Ein praktischer Erfolg kann einen emotionalen Rückschlag auslösen. Eine schmerzhafte Offenlegung eröffnet womöglich einen Weg, den vorher keiner sehen konnte. Damit verändert die Beziehung den Verlauf der Spannung und wird nicht bloß zwischen zwei Gefahrenszenen abgehandelt.

Am reizvollsten wäre das Geheimnis der Ärztin genutzt, wenn es ihr Verhalten verändert, bevor es zur Erklärung wird. Ein Zögern, eine überraschend genaue Frage oder die Weigerung, jemanden allein zu lassen, können Spannung erzeugen, weil eine andere Figur sie falsch versteht. Information gehört dann zur Beziehung. Sie existiert nicht ausschließlich dafür, dem Publikum spät eine Überraschung zu liefern. Ihr Wert entsteht auch aus den verschiedenen Deutungen derselben sichtbaren Handlung.

Sicherheit und Vertrauen verlangen verschiedene Lösungen

Arquettes Ehemann kann mehr sein als der Mensch, der irgendwann die Wahrheit erfährt. Eine Ehe sammelt Gewohnheiten des Beruhigens, der Gereiztheit und der Zusammenarbeit an. Unter Druck helfen sie dem Paar möglicherweise beim gemeinsamen Handeln, obwohl sein gegenseitiges Verständnis sich verändert. Vertrautheit gegen Unsicherheit auszuspielen lässt einen kurzen Austausch eine Geschichte tragen, für die längere erklärende Dialoge kaum dieselbe Wirkung hätten. Auch eingespielte Handgriffe können damit plötzlich doppeldeutig werden.

Shouses Ankunft gibt dem Haushalt einen neuen Mittelpunkt. Der brauchbare Konflikt besteht nicht nur darin, ob einer Fremden zu trauen ist. Interessant ist auch, wie verschieden zwei Ehepartner auf denselben Menschen reagieren. Eine Bitte klingt für den einen vernünftig und alarmiert den anderen. Der Film kann so durch gewöhnliche Gespräche gegensätzliche Loyalitäten erzeugen, bevor überhaupt ein sichtbar außergewöhnliches Ereignis nötig wird oder eine eindeutig bedrohliche Absicht offen ausgesprochen werden muss.

Auch die leeren Räume zählen. Häuslicher Horror wird überzeugender, wenn das Haus ein Leben jenseits seiner Funktion als Falle besitzt. Ein Gegenstand kann eine Gewohnheit verkörpern; ein ungenutztes Zimmer eine veränderte Beziehung andeuten. Solche Bedeutungen geben der späteren Bewegung durch das Haus eine emotionale Dimension. Die Kamera kann einen verstandenen Ort verstören, statt nur noch einen weiteren dunklen Korridor zu zeigen. Dadurch wird räumliche Orientierung zugleich zur Kenntnis dieser Familie.

Homesick hat dafür ein konkretes Fundament: ein Paar, das sich an Abwesenheit gewöhnt, einen fürsorglichen Beruf und eine nicht geteilte Vergangenheit. Eine interessante Umsetzung ließe diese Elemente fortlaufend aufeinander wirken. Der Bedrohung zu entkommen könnte die körperliche Sicherheit wiederherstellen und die Ehe trotzdem in einem neuen, schwierigeren Zustand zurücklassen. Das gäbe dem Überleben eine Bedeutung, die nicht mit dem bloßen Öffnen einer letzten Tür schon vollständig erledigt wäre.

Quellen