Ein Platz im DCU, eine Frage bleibt offen
James Gunn sieht seinen Film The Suicide Squad von 2021 grundsätzlich als Teil des heutigen DC-Universums. Bei Harley Quinn möchte er sich allerdings Spielraum für die Zukunft lassen. In einem neuen offiziellen Podcastgespräch mit Jennifer Holland und Steve Agee erklärte der Co-Chef von DC Studios laut Variety am 30. Oktober, dass Harley wohl zurückkehren werde. Ob Margot Robbie die Figur noch einmal spielen möchte, wisse er nicht. Eine Besetzung wurde nicht bekanntgegeben. Der Unterschied zwischen der Zukunft einer Figur und der Zusage einer Schauspielerin ist hier entscheidend.
Kontinuität klingt oft strenger, als Erzählen tatsächlich sein muss. Gunn erlaubt dem Publikum, vieles aus dem früheren Film in die neue Leinwandwelt mitzunehmen. Er verspricht aber nicht, dass jeder Darsteller und jedes Detail unverändert wiederkehrt. Harley ist die sichtbarste Probe darauf. Die Figur kann eine Vergangenheit behalten, selbst wenn ein späteres Projekt eine andere Lösung braucht. Wer die offene Frage bereits als versteckte Bestätigung für Robbies Rückkehr liest, streicht genau die Unsicherheit weg, die Gunn ausdrücklich benannt hat.
Der Status des Films
Variety berichtet, dass Gunn mit Holland und Agee darüber sprach, welche Teile von The Suicide Squad aus der früheren DC-Filmära übernommen werden. Er bezeichnete den Film im Wesentlichen als Kanon und machte eine kleine Ausnahme für Harleys künftige Gestalt. Variety ordnet die Aussagen in eine größere Diskussion über Kontinuität ein, bei der die Ausnahme für eine Figur entscheidender sein kann als ein allgemeines Etikett für den Film. Robbie spielte Harley zuvor in Suicide Squad, Birds of Prey und Gunns The Suicide Squad.
Für Zuschauer bringt die Aussage vor allem Klarheit über den Film von 2021, keinen vollständigen Bauplan aller kommenden Geschichten. Figuren müssen nicht verschwinden, nur weil die Reihe inzwischen anders geführt wird. Zugleich kann eine bewegliche Kontinuität Autoren die Wahl lassen, welche Vorgeschichte eine neue Handlung wirklich braucht. Man kann den älteren Film als eigenständiges Werk sehen und seine Menschen später trotzdem wiedererkennen. Das hilft mehr, als jede Pointe, Verletzung oder offene Frage der alten Geschichte zum verbindlichen Vertrag für das nächste Jahrzehnt zu machen.
Warum Harley eine Sonderstellung hat
Harley Quinn ist eine bekannte Filmfigur, die in sehr unterschiedlichen Erzählungen funktionieren kann. Robbies Darstellung wechselte vom großen Ensemble in Suicide Squad zum stärker auf sie ausgerichteten Birds of Prey und danach zu Gunns Teamfilm. Die Filme hatten trotz derselben Hauptdarstellerin verschiedene Tempi und Beziehungen. Ein weiterer Auftritt im DCU müsste erst bestimmen, welchen Platz Harley diesmal erhält. Gunns Aussagen betreffen diese offene kreative Frage. Titel, Zeitplan und eine neue Besetzung nennt er nicht.
Für filmbuZZer bräuchte eine starke Rückkehr mehr als einen Stempel der Kontinuität. Harley überzeugt dann, wenn ihr Witz, ihre Gefahr und ihre Entscheidungen in der jeweiligen Geschichte einen Grund haben. Robbie könnte mit ihrer bisherigen Darstellung sofort Wiedererkennung und Erfahrung einbringen. Eine andere Besetzung wäre grundsätzlich ebenso denkbar. Keine dieser Möglichkeiten macht die Figur automatisch spannend. Interessanter ist, was ein neues Werk mit Harley erzählen will, jenseits der Freude über ein vertrautes Kostüm in einem weiteren gemeinsamen Filmuniversum.
Eine Antwort mit Bewegungsfreiheit
Der Podcast sorgt für Aufmerksamkeit, weil Gunn den allgemeinen Status von The Suicide Squad direkt anspricht, statt ihn allein aus Fan-Theorien zusammensetzen zu lassen. Die Ausnahme bei Harley verhindert aber, dass aus dieser Antwort eine Liste garantierter Auftritte wird. Bei einem Film mit großer Besetzung ist das sinnvoll: Manche Beziehungen und Ereignisse können weitertragen, während neue Projekte andere Schwerpunkte setzen. Weder ein eigener Harley-Film noch eine Harley-Serie wurde durch dieses Gespräch als laufende Produktion bestätigt.
Die Meldung bietet einen brauchbaren Blick auf das DCU. The Suicide Squad bleibt eine Geschichte darin, Harley dagegen eine offene Möglichkeit. Das klingt weniger aufregend als eine vermeintliche Bestätigung für Robbie, ist aber ehrlicher und ergiebiger. Eine gemeinsame Welt gewinnt, wenn sie frühere Filme im Gedächtnis behält, ohne an jede alte Entscheidung gefesselt zu sein. Gunn hat nun erklärt, wo sein Film grundsätzlich steht. Was Harley als Nächstes tut, wird erst durch ein konkretes neues Projekt zur nächsten Nachricht.