Zwei Hauptrollen für ein Originalprojekt
Sam Nivola und Nico Parker sind für Grandgear vorgesehen, den Science-Fiction-Film, den Takashi Yamazaki für Sony geschrieben hat und inszenieren soll. Slant meldet die Besetzung nach dem ursprünglichen Bericht von Deadline. Paul Giamatti befindet sich demnach in Gesprächen; seine Teilnahme ist nicht bestätigt. Production List führt das Projekt am 27. Oktober weiterhin als Vorproduktion und nennt keinen Drehtag, während die Branchenberichte mit einem Dreh 2027 rechnen. Das ist ein wichtiger Unterschied: Mit diesem Duo könnte Yamazaki die Größe der Maschinen durch konkrete Entscheidungen erfahrbar machen. Hält jemand eine Stellung oder hilft einer anderen Person bei der Flucht, bekommt ein Kampf schon vor der nächsten Effektaufnahme menschliches Gewicht.
Parker und Nivola könnten dem Film eine andere Energie geben, als es eine rein mit erfahrenen Autoritätsfiguren besetzte Geschichte täte. Gerade deshalb ist ihre gemeinsame Besetzung aus einem konkreten Grund interessant. Ein Film über riesige Maschinen braucht Menschen, deren Entscheidungen verständlich bleiben, wenn Metall und Zerstörung die Leinwand füllen. Ihr Zusammenspiel könnte sogar in Szenen ohne jede Bewegung der Maschinen den Rhythmus vorgeben. Ihr Zusammenspiel dürfte besonders in ruhigeren Szenen zählen, wenn einer mehr weiß oder beide über den Preis eines Kampfes streiten. Eine solche Beziehung könnte dem Spektakel eine Perspektive geben. Der Druck eines Gesprächs zwischen zwei Menschen kann eine überladene Actionszene ordnen. Reagiert eine Figur auf eine Gefahr, die die andere noch nicht sieht, entsteht für das Publikum eine verständliche Frage, bevor die Maschinen aufeinanderprallen.
Yamazakis neuer Maßstab
Das Material, das Sony auf der CinemaCon zeigte, wurde als Kampf riesiger Roboter gegen Kaiju in einer Stadt beschrieben. Yamazakis Godzilla Minus One verband seine Monstergeschichte mit menschlichen Konflikten. Auch seine Arbeit an den visuellen Effekten erklärt einen Teil der Aufmerksamkeit für Grandgear. Das neue Drehbuch ist ein eigenständiges Studioprojekt und kein angekündigtes weiteres Godzilla-Kapitel. Yamazaki kann Regeln und Beziehungen ohne die Geschichte einer bekannten Filmfigur entwickeln. Zugleich muss der Film seine Welt erst verständlich machen und uns einen Grund geben, an seinen Menschen dranzubleiben. Allein die Größe der Maschinen leistet das nicht.
Zwei vergleichsweise junge Hauptdarsteller können helfen, die Handlung auf menschlicher Höhe zu halten. Eine gigantische Maschine beeindruckt aus der Ferne. Dramatisch wird sie, wenn jemand in ihrer Nähe entscheiden muss, wen er schützt, wem er vertraut oder welchen Preis ein Kampf rechtfertigt. Die Besetzung beweist nicht, dass Grandgear genau diese Richtung einschlagen wird. Sie macht diese Frage aber interessanter als die bloße Größe der Roboter. Selbst eine technisch aufwendige Szene verliert an Kraft, wenn die Figuren nur danebenstehen und zusehen. Im günstigsten Fall bestimmen menschliche Entscheidungen die Action, anstatt von der nächsten Effektsequenz ständig unterbrochen zu werden.
Was der Termin wirklich bedeutet
Laut Slant hat Sony den US-Kinostart vom 18. Februar auf den 14. Januar 2028 vorgezogen. Ein Kalendereintrag ist ein Planungsschritt und kein Beweis für angelaufene Kameras. Dreh, Effekte und die Vertriebsentscheidungen einzelner Märkte liegen noch vor dem Film. Bei Änderungen des Zeitplans zählt, ob die Produktion tatsächlich vorankommt.
Ein Januarstart fällt bei einem großen Science-Fiction-Film auf, weil Studiobilder dieser Art oft mit dem Sommer verbunden werden. Das könnte Grandgear im vollen Kinokalender einen eigenen Platz verschaffen. Eine Begründung des Studios für diese Terminwahl liegt jedoch nicht vor. Entscheidender wird sein, was spätere öffentlich zugängliche Bilder zeigen: Gibt Yamazaki den Maschinen eine klar lesbare Bildsprache und führt er das Publikum emotional durch ihre Kämpfe? Ein guter Teaser könnte das mit einer Entscheidung unter Druck stärker zeigen als mit einer Folge einstürzender Gebäude. Das reicht als interessanter Anfang; ein Urteil über den fertigen Film wäre verfrüht. In einem solchen Kampf können Schweigen und Entfernung ebenso wichtig sein wie der Aufprall. Reagiert eine Figur nicht auf eine Warnung, verändert das die emotionale Richtung einer Szene womöglich stärker als die nächste Explosion. An solchen Entscheidungen wird sich der fertige Film messen lassen.