Der neue Clip zeigt die Arbeit an der Restaurierung
TheWrap veröffentlichte am 2. November einen Clip zur Restaurierung von Gone With the Wind. US-Termine für 4K-Disc und Digitalfassung sind der 3. November.
Diese Unterscheidung ist wichtig, weil das Video mehr zu beurteilen gibt als einen Werbesatz auf einer Verpackung. Einen so vertrauten Film zu restaurieren, bedeutet Entscheidungen darüber zu treffen, was im Bild und Ton wieder erkennbar werden soll. Das Ziel kann nicht einfach sein, alles hell und glatt zu machen. In einer Einstellung stecken gemalte Hintergründe, Studiolicht und Farbentscheidungen ihrer Entstehungszeit. Entfernt ein neuer Transfer im Streben nach Schärfe die Textur, kann eine teure Produktion plötzlich seltsam leicht wirken. Der Ausschnitt wirft die bessere Frage auf: Welche Details lassen sich zurückholen, ohne das Kino von 1939 wie eine Nachahmung der Gegenwart aussehen zu lassen?
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Laut Warner behandelt das Extra Farbe, Bild und Ton. Die Farbkamera des Films wurde von der Academy ausgezeichnet.
Scarletts Welt besteht aus starken Gegensätzen. Kleider, Innenräume, Felder und Himmel können eine private Entscheidung unmittelbar mit einem gewaltigen historischen Umbruch verbinden. Eine bessere Heimkinofassung mag diese Beziehungen deutlicher machen. Mehr Sättigung ist aber nicht automatisch mehr Wahrheit. Man sollte erkennen können, wohin der Blick in einer Einstellung geführt wird: zu einem Gesicht, über eine Menschenmenge oder in die Ferne hinter einer Figur. Ähnlich ist es beim Ton. Verständlichere Dialoge und Musik helfen einer Szene; werden alle Ebenen nach vorn gedrückt, fehlt ihr Luft. Erhaltung ist eine ästhetische Entscheidung und kein Wettbewerb um den hellsten Bildschirm.
Ein restauriertes Bild löst die Geschichte des Films nicht auf
Die Library of Congress wählte den Film 1989 aus. Hattie McDaniel gewann einen Oscar bei einer getrennten Verleihung 1940. Smithsonian-Historiker beschreiben die romantisierte Sicht auf den Süden vor dem Bürgerkrieg.
Diese Geschichte gehört neben jede Freude über ein besseres Bild. Eine Restaurierung kann die Kunst von Kostüm, Szenenbild und Darstellung sichtbar machen, ohne die Erzählung vom angeblich schönen Plantagenleben zu bestätigen. Vielleicht macht eine klarere Kopie den Widerspruch sogar deutlicher. Das technische Können, mit dem eine verführerische Welt gebaut wurde, verleiht auch ihrer Verzerrung Macht. Wer den Film nur als schönes Objekt betrachtet, übergeht, was er bewundern lässt. Wer seine handwerkliche Leistung ausblendet, versteht schwerer, weshalb gerade diese Sicht so einflussreich war. Die Rede vom Bewahren eines Epos gewinnt erst dann Tiefe, wenn sie eine kritische Betrachtung zulässt.
Die Extras können den Blick verändern
Warner nennt zwei weitere Extras über die Wirkung des Films und Scarlett O’Hara.
Solche Beigaben können mehr leisten, als die Laufzeit einer Sammlerausgabe zu verlängern. Ein Beitrag über bleibenden Einfluss sollte fragen, welche Bildideen spätere Filmemacher übernommen haben und welche historischen Vorstellungen das Publikum heute zurückweisen muss. Ein Porträt Scarletts kann ihre Energie untersuchen, ohne alle anderen Figuren zu bloßer Kulisse zu machen. Gerade hier zählt dieser Unterschied mehr als bei einer gewöhnlichen technischen Vorführung. Man kann eine Leistung bewundern und gleichzeitig die Welt hinterfragen, die die Produktion um sie herum errichtet. Ob die vollständigen Extras diesen Raum tatsächlich öffnen, entscheidet sich erst beim Sehen; der veröffentlichte Ausschnitt eröffnet die Frage.
Warum dieser erste Einblick zählt
Für filmbuZZer ist das Extra wertvoll, weil es die Arbeit hinter einem vertrauten Bild sichtbar macht. Farbe und Ton gehörten bewusst zum Reiz dieses Films; ihre Wiederherstellung ist eine Reihe von Entscheidungen und keine Zahl auf einer Hülle. In der neuen Fassung sollten Gesicht, Kostüm und Umgebung ihr unterschiedliches Gewicht im Bild behalten. Diese Klarheit liefert zugleich mehr Anhaltspunkte für Kritik. Man kann ein prächtiges Bild als Handwerk würdigen und seine Darstellung des Plantagenlebens als Geschichtsbild hinterfragen. Der kurze Ausschnitt beweist nicht, wie jede Szene im neuen Transfer aussieht, und die weiteren Extras muss man gesondert beurteilen. Er zeigt aber, weshalb Bewahrung hier zählt: Die technische Leistung des Films und sein verzerrtes Gesellschaftsbild müssen beide genau betrachtet werden können. Dazu gehört auch die Frage, wer das Bild ausfüllt und wer an den Rand gedrängt wird. Genaues Hinsehen wird durch die bessere Bildqualität möglich, aber nicht automatisch geleistet.
Quellen
- TheWrap: Gone With the Wind restoration featurette excerpt ↗
- Warner Bros. Home Entertainment via Fetch: Gone With the Wind 4K ↗
- Academy: 1940 awards and color-film context ↗
- Academy: Hattie McDaniel award history ↗
- Library of Congress: National Film Registry listing ↗
- Smithsonian Magazine: Southern romanticism in Gone With the Wind ↗