Dreh in Queensland angelaufen
Laut Screen Queensland laufen die Dreharbeiten zu Feral, einer siebenteiligen Netflix-Adaption von Shirley Conrans Savages. Emma Freeman führt Regie; Michelle Dockery, Jessica Gunning, Genevieve O’Reilly und Philippa Northeast gehören zur Hauptbesetzung. Regenwald an der Gold Coast und die Whitsunday Islands dienen als Schauplätze einer Überlebensgeschichte über vier Frauen, die ihre Ehemänner aus der Bergbaubranche auf eine Firmenreise begleiten. Die Filmförderung erwartet rund 38,5 Millionen australische Dollar Wirtschaftseffekt und mehr als 250 Beschäftigte bei Cast und Team. Das sind Prognosen, keine Ergebnisse.
So beschreibt Netflix die Serie
Netflix nennt Jude Mack als Autorin und ausführende Produzentin und führt die vier Hauptfiguren als Julia, Annie, Silvana und Suzy. In der aktualisierten Besetzungsmeldung steht auch Dolly de Leon als Elena. Der Anbieter beschreibt den Ton als düster komisch, eine wichtige Ergänzung zur Gefahr im Dschungel. Einen Starttermin nennt er noch nicht. Diese Angaben umreißen die aktuelle Serienankündigung; wie Gefahr und Humor in den fertigen Folgen zusammenwirken, ist noch offen.
Die Reise hat schon eine Rangordnung
Bereits die Firmenreise schafft ungleiche Voraussetzungen. Die Manager kennen den geschäftlichen Zweck, ihre Partnerinnen reisen als Begleitung mit. Wenn die Geschäfte der Männer zur Gefahr werden, verliert diese Rollenverteilung ihren Halt. Die Adaption kann Überleben als Verschiebung von Handlungsmacht erzählen: Entscheidungen fallen dann bei Menschen, die den Ausflug nicht organisiert haben. Das ist ein genauerer Konflikt als vier Fremde, die sich im Freien verirren. Zugleich erhält das Unternehmensmilieu eine erzählerische Funktion. Eine Rangordnung, die Komfort verspricht, hilft wenig, sobald dieser Komfort wegfällt.
Privileg trifft auf einen unbeherrschbaren Ort
Die Prämisse funktioniert, weil die Insel die Hierarchie der Anreise umkehrt. Eine Firmenreise setzt voraus, dass Geld Bewegung, Komfort und Sicherheit organisieren kann. Sobald die Geschäfte der Ehemänner zur Gefahr werden, hängen die Frauen von Wissen und Zusammenarbeit ab, die kein Rang im Unternehmen ersetzen kann. Gold Coast und Whitsunday Islands können diese Umkehr körperlich erfahrbar machen: Wetter, Bewuchs und Entfernung lassen sich von Status nicht beeindrucken. Die Umgebung sollte mehr sein als eine schöne Kulisse, wenn die Geschichte ihre Idee ausschöpfen will. Sie kann Figuren, die als Begleitung mächtiger Männer kamen, zu eigenen Entscheidungen zwingen. Vielleicht liegen die größten Gefahren dabei bei Menschen statt in der Natur.
Vier Frauen statt einer Schablone
Das siebenteilige Format gibt Dockerys Julia, Gunnings Annie, O’Reillys Silvana und Northeasts Suzy mehr Raum als ein einzelner Spielfilm, auf dieselbe Gefahr unterschiedlich zu reagieren. Screen Queenslands Beschreibung verbindet ihre Lage mit den Bergbaugeschäften der Ehemänner und mit angespannten Beziehungen, die schon vor der Inselkrise bestehen. Diese Verbindung ist entscheidend: Die Frauen reisen im Rahmen eines Konzernaufenthalts an, doch die Überlebensgeschichte verschiebt den Blick auf ihr eigenes Wissen, ihre Entscheidungen und ihre Zusammenarbeit. Freemans Drehorte in Queensland können diesem Wandel eine körperlich erfahrbare Größe geben. Besetzung, Romanvorlage und Episodenzahl schaffen einen Rahmen, in dem jede Entscheidung das Gleichgewicht der Gruppe verändern kann.
Was aus der Adaption einen eigenen Filmstoff macht
Pan Macmillans Beschreibung von Conrans Savages nennt eine größere Frauengruppe als Netflix’ Ankündigung mit vier Hauptfiguren. Daraus entsteht eine interessantere Adaptionsfrage als die bloße Treue zu einzelnen Romanstationen: Welche Beziehungen tragen nun die Überlebensgeschichte? Ein Stoff über Ehefrauen von Bergbau-Managern trifft heute auf ein Publikum, das genauer nach Arbeit und Land hinter solchen Konzernreisen fragt. Whitsunday Islands und die Wälder der Gold Coast sind wirkliche Drehorte, keine austauschbare Tropenkulisse. Freemans Serie kann die Firmenreise mit dem Ort verbinden, an dem ihre Folgen sichtbar werden. Diese Verbindung gibt dem Überlebensstoff womöglich eine heutige Schärfe jenseits unmittelbarer Gefahr.
Sieben Folgen können Folgen zeigen
Sieben Episoden erlauben es, dass eine Überlebensentscheidung die nächste verändert. Zusammenarbeit kann ein akutes Problem lösen und zugleich eine Schuld schaffen oder alten Streit freilegen. Später lässt sich prüfen, ob die Gruppe daraus gelernt hat. Gegenüber einem Spielfilm ist das nur ein Vorteil, wenn die Beziehungen sich entwickeln, statt vor jeder neuen Gefahr auf Anfang zu springen. Die vier benannten Hauptfiguren geben dieser Entwicklung eine klare Form. Ihre Unterschiede müssen nicht auf feste Rollen wie Planerin, Zweiflerin oder Vermittlerin schrumpfen. Spannend wird, wer handeln kann, sobald eine vertraute Rolle nicht mehr passt.
Düstere Komik braucht eine Richtung
Netflix’ Tonbeschreibung wirft die Frage auf, worüber gelacht wird. Eine Überlebensgeschichte kann Komik aus der überheblichen Sicherheit eines luxuriösen Firmenausflugs gewinnen, aus dem Festhalten an guten Manieren oder aus dem Gegensatz zwischen Managementsprache und körperlicher Gefahr. Sie kann Verletzlichkeit aber auch zum billigen Witz machen. Freeman und Mack müssen Humor so einsetzen, dass er Status kritisiert und Angst zugleich Folgen behält. Die Drehorte in Queensland können beides tragen: Ihre Schönheit macht die Reise zunächst verlockend; Entfernung und schwieriges Gelände verändern später ihre Bedeutung. An diesem Gleichgewicht wird sich die Eigenart von Feral entscheiden.