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Everest: The Other Side startet am 30. Oktober im IMAX-Kino

Elizabeth Chai Vasarhelyi und Jimmy Chin begleiten Jim Morrison und Hilaree Nelson bei einem Versuch an der direkten Nordwandroute des Everest.

IMAX-Kinostart am 30. Oktober

Disneys Herbstvorschau nennt den 30. Oktober als Kinostart von Everest: The Other Side und beschreibt ihn als IMAX-Dokumentarfilm. Elizabeth Chai Vasarhelyi und Jimmy Chin begleiten die Ski-Bergsteiger Jim Morrison und Hilaree Nelson auf der direkten Nordwandroute des Everest von China aus, einschließlich einer geplanten Skiabfahrt. Disney stellt diese Route dem häufiger begangenen Südostgrat in Nepal gegenüber. Mit dem Start noch in dieser Woche bekommt die ungewöhnliche Strecke und ihre großformatige Darstellung einen konkreten Kinotermin.

Offizieller Trailer

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Der frühere Kletterfilm der Regisseure

National Geographic nennt Vasarhelyi und Chin als Regisseure von Free Solo, dem Dokumentarfilm von 2018 über Alex Honnolds ungesicherten Aufstieg am El Capitan. Das offizielle Filmprofil beschreibt Chin außerdem als Bergsteiger und Kameramann mit Everest-Erfahrung. Schon dieser Film stellte eine Formfrage: Wie zeigt man eine extreme Leistung und zugleich den Menschen, der die Entscheidungen trifft? Mit Everest: The Other Side kehren beide zum Filmemachen am gefährlichen Berg zurück. Route, Protagonisten und die zusätzliche Herausforderung einer Skiabfahrt sind jedoch andere.

Ein breiteres dokumentarisches Spektrum

National Geographics Profil zu Wild Life beschreibt ein weiteres Projekt von Vasarhelyi und Chin über die Naturschützerin Kris Tompkins und eine lange Beziehung, die mit einem Vorhaben zum Schutz von Land verbunden ist. Es nennt auch Meru und The Rescue. Der Vergleich ist hilfreich, weil ihre Filme körperliche Schwierigkeiten häufig in persönliche Bindungen und Gruppenbeziehungen einordnen. In der Everest-Geschichte kann die Zusammenarbeit von Morrison und Nelson jeder Entscheidung eine zweite Dimension geben: Eine Route ist auch eine Vereinbarung über geteiltes Risiko.

Wenn Risiko zum Spektakel wird

IMAX kann Höhe, Entfernung und Ausgesetztheit in einer Weise erfahrbar machen, die ein kleines Bild schwerer erreicht. Eine riesige Leinwand zeigt vielleicht, wie weit ein Mensch von Schutz entfernt ist oder wie winzig seine Gestalt vor dem Berg wirkt. Größe allein kann Gefahr allerdings zur Attraktion machen. Am stärksten wäre der Dokumentarfilm, wenn seine Bilder Entscheidungen verständlich machen: Warum ist diese Route schwierig, was ändert sich mit den Bedingungen, und wie erkennen die Bergsteiger Risiken? Solche Informationen geben dem Spektakel Gewicht. Sonst erscheint ein gefährliches Unternehmen nur schön, während das menschliche Urteil, das es bestimmt, aus dem Bild fällt.

Zwei Menschen in einer berühmten Landschaft

Everest gehört zu den wenigen Bergen, deren Name für ein breites Publikum bereits eine Geschichte auslöst. Das hilft, Aufmerksamkeit zu gewinnen, kann ein Unternehmen aber auch auf die Jagd nach einem Rekord reduzieren. Morrison und Nelson haben ihre eigene Beziehung, Vorbereitung und Gründe für diese Route. Der angekündigte Film verspricht persönliche Einsätze ebenso wie eine außergewöhnliche körperliche Herausforderung. Diese Ebene braucht Platz neben Karten, Höhenangaben und Luftaufnahmen. Wenn der Dokumentarfilm die beiden als Menschen unter Entscheidungsdruck zeigt, wird der Berg zu einem Ort mit Folgen, statt als berühmtes Symbol die gesamte Erzählung allein tragen zu müssen.

Ein anderer Weg verändert die Geschichte

Disneys Unterscheidung zwischen Südostgrat und direkter Nordwand erklärt, weshalb dies nicht bloß ein weiterer Everest-Film ist. Eine Route bestimmt, was ein Team sehen kann, wo es rasten und wie es umkehren könnte. Die geplante Abfahrt auf Skiern fügt dem Aufstieg weitere Anforderungen hinzu: Der höchste Punkt beendet die Aufgabe nicht. Die beiden Richtungen des Unternehmens geben dem Film eine eigene dramaturgische Struktur. Spannung kann aus dem Verhältnis von Hinaufkommen und Zurückkehren entstehen, von Ehrgeiz und noch verfügbaren Möglichkeiten. Für das Publikum zählt nicht nur, ob ein Bild bedrohlich wirkt, sondern ob der Film jeden Schritt nachvollziehbar macht.

Was der 30. Oktober bringt

Der Kinostart am 30. Oktober bringt Vasarhelyis und Chins Expeditionsdokumentarfilm zu Beginn der Herbstsaison auf die große Leinwand. Sein Stoff verbindet eine genau benannte Route mit der zusätzlichen Anforderung einer Skiabfahrt; IMAX gibt dieser geografischen Herausforderung den größtmöglichen Rahmen. Damit besteht die Geschichte aus mehr als einem Rekordversuch: Weg, Rückkehr und die Zusammenarbeit von Morrison und Nelson liefern persönliche und räumliche Einsätze. Disneys Trailer stellt die Dimension des Vorhabens vor; im Kino lassen sich die Entfernungen am Berg und die Entscheidungen der Bergsteiger gemeinsam verfolgen. Für ein Publikum, das die Regisseure von Free Solo kennt, verlagert sich der Blick vom Fels in große Höhe und vom Aufstieg auf die schwierige Rückkehr. Gerade die Abfahrt verlängert die Erzählung über den vermeintlichen Gipfelpunkt hinaus und macht Entscheidungen nach dem Aufstieg ebenso wichtig wie jene auf dem Weg hinauf.

Quellen