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Mama Bear: Curry Barker veröffentlicht neuen Horror-Kurzfilm auf YouTube

Der Obsession-Regisseur schrieb, inszenierte und schnitt den fünfminütigen Film für That's a Bad Idea. Vor Halloween ist er dort kostenlos zu sehen.

Ein neuer Film, sofort verfügbar

Curry Barker veröffentlichte Mama Bear am 29. Oktober auf dem YouTube-Kanal That's a Bad Idea. Der ungefähr fünfminütige Horror-Kurzfilm ist kostenlos zu sehen. Barker schrieb, inszenierte und schnitt ihn selbst, berichtet TheWrap. Windows unterstützte die Veröffentlichung als Sponsor. Von dem Regisseur hinter Obsession ist damit überraschend ein fertiger neuer Film erschienen, nicht bloß die Ankündigung eines weiteren Projekts. TheWrap bindet das offizielle Video ein; über den Kanal ist es ebenfalls erreichbar.

Der Zeitpunkt kurz vor Halloween passt. Spannender ist aber der direkte Weg zum Publikum. Ein Kurzfilm braucht weder eine monatelange Kinokampagne noch den Startkalender einer Streamingplattform oder eine Debatte über Premiumleinwände. Wer Barkers Arbeit kennenlernen möchte, kann wenige Minuten mit einem abgeschlossenen Werk verbringen. Das fällt besonders auf, nachdem sein Erfolg auch für Studios attraktiv geworden ist. Die YouTube-Veröffentlichung macht den Film nicht kleiner. Für eine kurze Geschichte mit unmittelbarer Wirkung kann der einfache Zugang genau richtig sein. Die Begegnung beginnt mit dem Werk selbst und nicht mit einer Ankündigung für irgendwann.

Von Onlinefilmen zur größeren Bühne

Barkers Weg führte über frühere Online-Horrorarbeiten wie The Chair und den Langfilm Milk & Serial, bevor Obsession im Kino erschien. Laut TheWrap machte The Chair den Produzenten James Harris auf ihn aufmerksam. Das Branchenmagazin berichtet außerdem über Anything But Ghosts, eine Horrorkomödie mit Barker und seinem langjährigen Partner Cooper Tomlinson. Sie spielen darin falsche Geisterjäger, die auf einen echten Spuk stoßen. Mama Bear steht zwischen solchen größeren Vorhaben und dem Kanal, auf dem Barker sein Publikum fand.

Diese Vorgeschichte sagt mehr als die übliche Formulierung, jemand kehre zu seinen Wurzeln zurück. Die Onlinefilme waren für Barker nicht nur Übungsstücke. Sie zeigten sein Gespür für Timing und Stimmung und bewiesen, dass er Aufmerksamkeit halten kann. Fünf Minuten erzwingen harte Entscheidungen: Wie schnell entsteht ein normaler Alltag? Wann wird er unheimlich? Welches Bild bleibt nach dem Abspann hängen? Dieselben Fragen stellen sich bei einem Langfilm. Im Kurzformat kann eine schwache Idee allerdings kaum hinter Aufwand oder prominenter Besetzung verschwinden.

Die Besetzung und das Spiel mit dem Doppelgänger

GamesRadar nennt Jon Lee Richardson als Floyd, Katie Sarife als Lacey, Ericka Kreuz als Ms. Wilson und Joshua Snyder als Figur, die im Abspann schlicht Doppelgänger heißt. Schon diese Rollenbezeichnung deutet ein Spiel mit Identität an, ohne die Wendungen des Kurzfilms zu verraten. Der Bericht nannte auch den geplanten YouTube-Start am 29. Oktober. Diese Angaben reichen, um das Angebot einzuordnen: eine eigenständige Horrorgeschichte mit kleiner Besetzung und einer bewusst seltsamen Ausgangslage.

Der Doppelgänger funktioniert im Horror so gut, weil er Vertrautheit gegen uns wendet. Das bekannte Gesicht wird zur Gefahr, gewöhnliches Vertrauen verliert seinen Halt. Für einen Filmemacher, der Unbehagen aus alltäglichen Situationen gewinnen kann, ist das ein sparsamer Ausgangspunkt. Die Idee lässt sich in Sekunden verständlich machen und dann in verschiedene Richtungen drehen. Niemand muss vor der Sichtung erfahren, welche Barker wählt. Bei dieser Laufzeit ist der beste Zugang denkbar einfach: den Film selbst ansehen, bevor jemand jeden Schritt nacherzählt.

Weshalb die kleine Veröffentlichung zählt

Ein Studioprojekt kann einem Regisseur mehr Mittel geben. Zugleich vergeht zwischen fertiger Arbeit und Publikum oft viel Zeit. Eine kleine Veröffentlichung dieser Art verkürzt die Strecke. Zuschauer können ein abgeschlossenes Werk ohne Kinokarte und ohne Warten auf einen fernen Plattformtermin beurteilen. Das ist kein allgemeines Rezept für unabhängige Filmschaffende. Es zeigt aber, dass ein eigener Onlinekanal auch nach dem Einstieg in größere kommerzielle Produktionen ein lebendiger Ort für neue Filme bleiben kann. Das Publikum kann die Entwicklung eines Filmemachers an fertigen Arbeiten in verschiedenen Größen verfolgen.

Man muss den Kurzfilm weder zur Vorschau auf Anything But Ghosts noch zu einem geheimen Obsession-Kapitel erklären. Belegt ist ein eigenständiges Werk mit Titel, Besetzung und Start. Seine Bedeutung liegt näher: Barker hat ein weiteres fertiges Horrorexperiment öffentlich zugänglich gemacht. Für Zuschauer ist das zu Halloween eine direkte Begegnung mit seiner Arbeit, die nur wenige Minuten verlangt. Für die Filmbranche zeigt sich, dass derselbe Regisseur in größerem Studiomaßstab arbeiten und trotzdem seine kurze, unmittelbare Form weiterpflegen kann.

Quellen