Ein Ziel für die BAU
Criminal Minds: Evolution endet mit seiner zwanzigsten Staffel, berichtete Variety am 31. Oktober. Paramount+ hatte diese Staffel für 2027 bereits bestellt. Neu ist, dass sie die letzte sein soll. Showrunnerin Erica Messer äußerte sich gegenüber dem Branchenblatt zur Entscheidung. Staffel neunzehn lief in diesem Jahr; für Staffel zwanzig gibt es keinen konkreten Starttag. Die Serie begann bei CBS und kehrte später als Evolution beim Streamingdienst zurück. Deadline ergänzt ein entscheidendes Produktionsdetail: Die Dreharbeiten zur zwanzigsten Staffel waren bereits im frühen Herbst abgeschlossen, bevor die Entscheidung über das Ende öffentlich wurde.
Diese Reihenfolge verändert, was eine Schlussstaffel bedeutet. Zuschauer mögen sich einen sorgfältig aufgebauten Abschied für das Team wünschen. Die Folgen waren aber schon gedreht, bevor die Entscheidung öffentlich wurde. Eine Krimiserie kann trotzdem mit einer Szene enden, die sich passend anfühlt, auch wenn sie nicht als Serienfinale konzipiert war. Sie kann Beziehungen oder Fälle ebenso offenlassen. Ehrlich ist deshalb keine Aussicht auf einen versprochenen großen Abschluss. Es ist eine fertige Staffel, die das Publikum nun als letzte geplante Zeit mit der BAU sehen wird.
Zwanzig Staffeln in zwei Häusern
Paramount bezeichnete Staffel zwanzig in seiner Mitteilung vom März als Jubiläumsstaffel für 2027. In den offiziellen Angaben stehen Joe Mantegna, A.J. Cook, Kirsten Vangsness und Aisha Tyler unter den vertrauten Darstellern; auch Adam Rodriguez und Paget Brewster gehören zum Ensemble. Die BAU untersucht weiterhin gefährliche Straftäter und erstellt Täterprofile. Variety erinnert daran, dass die CBS-Fassung fünfzehn Staffeln umfasste und die Streamingfortsetzung mit Staffel sechzehn begann. Der Abschied betrifft also mehr als einen jungen Streamingtitel: Die Geschichte hat Sendeformen, Zeitpläne und Zuschauergenerationen überdauert.
Der Wechsel vom klassischen Fernsehen zum Streaming gab Evolution einen anderen Rahmen für denselben dramatischen Motor. Das Team bearbeitet weiter verstörende Fälle, während deren Folgen auch über mehrere Episoden spürbar bleiben können. Weil die Entscheidung über das Ende erst nach dem Dreh bekannt wurde, verändert sich die Wahrnehmung solcher Fortsetzungen. Eine offene Frage, die einmal auf ein weiteres Kapitel verwies, kann nun wie ein ungelöster Faden wirken. Umgekehrt könnte ein gewöhnlicher Moment des Vertrauens zwischen Kollegen das Gewicht eines Abschieds bekommen. Die Szenen bleiben gleich; der Blick des Publikums auf sie verändert sich.
Ein Ende nach dem Dreh
Nach Deadlines Bericht war die zwanzigste Staffel bereits abgedreht, bevor die Nachricht über das Ende kam; Messer reagierte demnach überraschend darauf. Variety nennt sie als Showrunnerin und ausführende Produzentin sowie 20th Television und CBS Studios als Produktionsfirmen. Keiner der Berichte nennt einen genauen Starttag oder die Handlung der letzten Folgen. Damit ist eine wichtige Grenze gezogen: Staffel zwanzig ist die letzte geplante bei Paramount+, aber ihre Geschichte wurde bereits produziert. Es gibt keinen Grund zu behaupten, ihr Ende sei eigens zum Abschluss aller Figurenbögen geschrieben worden.
Spannender ist nun, wie viel Abschluss das vorhandene Material tatsächlich bietet. Criminal Minds hat so lange funktioniert, weil einzelne Fälle immer wieder eine andere Seite einer dauerhaften Zusammenarbeit zeigen konnten. Ein Staffelende, das noch eine Fortsetzung ermöglichen sollte, kann diese Verbindung sichtbar machen und zugleich eine Zukunft offenlassen. Nach der neuen Entscheidung könnte es auch abrupt wirken. Beides ist möglich; vor der Ausstrahlung sollte niemand das eine oder andere versprechen. Für Fans steht zunächst die Rückkehr 2027 fest. Schwieriger ist der Gedanke, dass das Kreativteam den Abschied kaum noch eigens gestalten konnte.
Die Verlängerung vom März und der Bericht über das Ende im Oktober betreffen dieselben Folgen für 2027, erzählen aber Unterschiedliches über sie. Die erste Nachricht versprach weitere Fälle. Die zweite macht daraus das letzte verfügbare Kapitel. Das löscht weder die bereits gedrehte Arbeit noch die Leistungen aus vielen Jahren aus. Es macht den Zeitpunkt der Entscheidung aber zu einem Teil des letzten Eindrucks. Das Publikum kann die Staffel als Fernsehen beurteilen und getrennt davon fragen, ob die Entscheidung der Geschichte genug Raum zum Abschied ließ. Beides sind unterschiedliche Fragen, die jetzt nebeneinanderstehen.