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BINGE startet in Australien als Zusatzabo bei Prime Video

In Australien kostet BINGE als Prime-Video-Zusatzabo monatlich 19 oder 22 australische Dollar.

Ein weiterer Katalog in Prime Video

Australische Prime-Video-Kunden können BINGE jetzt als Zusatzabo buchen und den Katalog in der Prime-Video-App ansehen. Foxtel Group nennt in seiner Mitteilung vom 28. Oktober zwei Monatspreise: 19 australische Dollar für Standard und 22 für Premium. Die Neuerung betrifft Zugang und Abrechnung in Australien. Ein normales Prime-Abo enthält BINGE dadurch nicht automatisch. Wer beide Dienste nutzen will, kann jedoch an einem Ort suchen, eine Folge starten und das Zusatzabo verwalten. Vor der nächsten Serie muss dann keine zweite App geöffnet werden.

Foxtel nennt die australischen Serien Colin From Accounts und High Country unter den Programmen des BINGE-Angebots, neben internationalen Titeln. Deshalb ist die Vereinbarung mehr als ein neuer Bildschirm zum Bezahlen. Nach einer bekannten weltweiten Serie suchen viele Menschen direkt. Ein regionales Drama ist stärker auf Empfehlungen und Kategorien angewiesen. Durch die Einbindung in Prime Video entsteht ein weiterer Weg, auf dem solche Produktionen entdeckt werden könnten. Ob das tatsächlich besser funktioniert, hängt von ihrer Platzierung in der App ab; die Startmeldung misst keinen solchen Effekt. Für Zuschauer bleibt die konkrete Entscheidung, ob ihnen der Zugang zu diesen Programmen eine weitere Monatsgebühr wert ist.

Bequemlichkeit hat einen Preis

Der unmittelbare Vorteil besteht in weniger Schritten, nicht in einem günstigeren Paket. Prime Video wird zur Oberfläche für das zusätzliche Abo. Das kann einem Haushalt helfen, der seine Serien ohnehin in Prime Video auswählt. Zugleich kann die Zusatzgebühr weniger auffallen, wenn mehrere Abos hinter derselben Oberfläche liegen. Verglichen werden sollte deshalb die gesamte Monatsrechnung und nicht nur die Zahl der Apps auf dem Fernseher.

Das Zusatzabo verändert auch den ersten Kontakt mit einer Serie. Ein Titel kann weiterhin aus dem BINGE-Katalog stammen, während sein Vorschaubild, sein Suchtreffer und der Hinweis auf die nächste Folge in Amazons Umgebung erscheinen. Für Zuschauer liegen Entdeckung und Wiedergabe dadurch näher beieinander. Für Foxtel eröffnet dieselbe Bequemlichkeit einen Weg zu Menschen, die keine eigene BINGE-App geladen hätten. Weder die Mitteilung noch die Branchenberichte belegen bereits höhere Abrufzahlen oder weniger Kündigungen. Das sind mögliche wirtschaftliche Ziele, keine Ergebnisse, die sich heute als Tatsache melden lassen.

Was Zuschauer über die Vereinbarung wissen sollten

BINGE bleibt ein eigenes Abo, auch wenn Prime Video den Zugang organisiert. So wird verständlich, warum eine Plattform viele Kataloge hinzufügen kann, ohne die Programme darin zu besitzen. Advanced Television bezeichnet BINGE als zweiunddreißigsten Zusatzabo-Partner von Prime Video in Australien. Diese Zahl zeigt, wie groß das Schaufenster geworden ist. Ob eine bestimmte Serie leichter zu finden ist, verrät sie noch nicht. Hilfreich wird eine gemeinsame Oberfläche erst, wenn Herkunft, Preis und Abspielberechtigung vor dem Start klar erkennbar sind.

Die Mischung aus Unterhaltung, Sport und Nachrichten ist für ein Serien-Zusatzabo auffällig breit. Wer vor allem Dramen sehen will, bewertet denselben Preis womöglich anders als jemand, der Live-Sport verfolgt. Auch die beiden Tarife sollte man nach ihren tatsächlichen Eigenschaften beurteilen, nicht allein nach den Bezeichnungen Standard und Premium. Die Startmeldung nennt Preise, entscheidet aber nicht, welcher Tarif zu welchem Haushalt passt. Gerade hier zeigt sich der Wert einer Bündelung nur dann, wenn klar ist, was jede Zahlung freischaltet. Der Vertrag vereinfacht den Weg zu BINGE; ob sich BINGE lohnt, bleibt eine eigene Entscheidung.

Ein neuer Vertriebsweg, kein neuer Serienstart

Für den Streamingmarkt zeigt die Meldung, wie ein Dienst einen weiteren Vertriebspartner nutzt und dennoch als eigenes Angebot erkennbar bleibt. BINGE kann seine Auswahl weiter selbst bewerben; Amazon liefert eine vertraute Oberfläche für Wiedergabe und Zahlung. Das könnte einem regionalen Anbieter Menschen erschließen, die bereits viel Zeit in einer großen App verbringen. Gleichzeitig bündelt sich die Suche nach Programmen stärker in eben dieser App. Ob dadurch mehr australische Produktionen entdeckt werden oder vor allem bekannte Importserien laufen, hängt von der Darstellung des Katalogs ab.

Ein praktischer Test folgt, sobald ein australischer Abonnent einen weniger bekannten Titel sucht, den Zusatzpreis sieht und die Wahl auf einen Blick versteht. Colin From Accounts oder High Country könnten gerade deshalb von einem neuen Weg ins Publikum profitieren, weil nicht jeder zuerst nach ihnen sucht. Zeigt die Oberfläche vor allem bereits bekannte Namen, schafft der Vertrag trotzdem Bequemlichkeit, aber weniger zusätzliche Aufmerksamkeit für andere Serien. Der stärkere Effekt wäre, wenn jemand dort eine bisher unbekannte australische Serie entdeckt und den Preis versteht, bevor er sich für die Wiedergabe entscheidet.

Quellen