Sergei Loznitsas Imperium hat beim 70. BFI London Film Festival den Preis für den besten Film gewonnen. Die Wettbewerbssieger wurden am 18. Oktober bekannt gegeben. Sompot Chidgasornpongses 9 Temples to Heaven erhielt den Sutherland Award für einen ersten Langfilm. Asmahan Bkerats Concrete Land gewann den Grierson-Preis für Dokumentarfilme.
Der Kurzfilmpreis ging an Aman von Rahul Roye. Die Publikumspreise stehen noch aus: Die Abstimmung läuft bis zum 21. Oktober, anschließend werden die Gewinner bekannt gegeben.
Imperium verwendet Aufnahmen, die italienische Kamerateams zwischen 1970 und 1973 in der Sowjetunion drehten. Loznitsa montierte daraus einen 176 Minuten langen Dokumentarfilm ohne Sprecherkommentar. Die Reise beginnt in Moskau und führt durch verschiedene Regionen. Dabei untersucht sie den Abstand zwischen dem zentral vermittelten Bild einer Einheit und den unterschiedlichen Kulturen innerhalb dieses Reiches.
Der Film ist eine deutsche, französische, italienische und litauische Koproduktion. Loznitsa verantwortet Drehbuch und Regie, Audinga Kučinskaitė den Schnitt und Vladimir Golovnitski den Ton. Der Londoner Hauptpreis zeichnet damit ein Werk aus, das vorhandene Bilder neu befragt. Ein Dokumentarfilm steht an der Spitze des zentralen Wettbewerbs.