Das bösartigste Wort in einem Schönheitsversprechen lautet besser. Besser als was? Für wie lange? Und wer entscheidet, wann die Arbeit erledigt ist? The Substance baut seinen Albtraum um eine Verbesserung, die keine Sicherheit schaffen kann. Elisabeth Sparkle bekommt eine andere Version ihrer selbst. Sie bekommt keine Welt, die aufhört, sie zu bewerten.
Ein Upgrade mit einem Menschen dran
Coralie Fargeats Film setzt Demi Moores alternden Fernsehstar dem Jugendzwang einer Branche aus. Eine Behandlung bringt Sue hervor, gespielt von Margaret Qualley, und macht das Versprechen eines jüngeren Ichs brutal körperlich. Das ist die Ausgangslage des Films, keine Lösung, die gefeiert werden müsste.
Der unangenehme Gedanke dahinter: Elisabeths Unzufriedenheit gehört nicht allein Elisabeth. Ihr Körper wird an einem äußeren Maßstab gemessen, den sie schließlich selbst gegen sich anlegt. Die Ersetzung kann wie eine Entscheidung aussehen und trotzdem von einer Erwartung angetrieben werden, die sie nicht geschaffen hat. Das Verkaufsargument verspricht Freiheit. Die Bedingungen halten die Kundin beschäftigt.
Das Fleisch verweigert den Werbespruch
Body-Horror gibt diesem Widerspruch etwas Wirksameres als eine aufmunternde Rede. Die Verwandlungen machen Selbstablehnung sichtbar und verhindern, dass sie sich höflich auf Abstand halten lässt. Ein Körper wird nicht zum abstrakten Vorher-nachher-Foto, bloß weil jemand ein saubereres Bild bevorzugt.
Deshalb gehört die groteske Übertreibung zum Gedanken. Eine zurückhaltendere Fassung könnte das Verbesserungsversprechen verführerischer erscheinen lassen als seine Kosten. Fargeats körperlicher Horror besteht darauf, dass dieser Preis spürbar wird. Aus der Sprache der persönlichen Aufwertung wird ein Konflikt darüber, welche Version überhaupt existieren darf.
Das muss nicht als Einwand gegen jede Mühe verstanden werden, die sich jemand mit seinem Aussehen gibt. Der schärfere Angriff gilt einem Maßstab ohne verlässlichen Endpunkt. Wenn Akzeptanz davon abhängt, jünger zu bleiben, beginnt der vermeintliche Erfolg sofort zu verfallen. Kein abschließender Kauf. Nur die nächste Verlängerungsmitteilung.
Wer profitiert vom ständigen Ungenügen?
Für eine HorrOctober-Filmliste eröffnet The Substance ein lohnendes Gespräch über Monster, die als Chance auftreten. Das Versprechen ist bedrohlich, weil es persönliche Hoffnung an ein Bewertungssystem bindet, das unverändert bleibt. Der Mensch soll sich verwandeln. Die Forderung, die den Schaden anrichtet, darf es sich weiter bequem machen.
Dieser Blick geht über die Bewunderung der Effekte oder die Beurteilung der Darstellerleistungen hinaus. Die Frage zum Mitnehmen lautet, was ein besseres Ich bedeuten kann, wenn jemand anderes ständig die Ziellinie verschiebt. Ein Heilmittel, das die eigene Austauschbarkeit voraussetzt, hat einen ziemlich schweren Mangel in seiner Produktbeschreibung.
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