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Messiah of Evil: Öffentlichkeit macht noch lange nicht sicher

Manche Horrorfilme fürchten die Einsamkeit. Dieser Küstenalbtraum entdeckt etwas Schlimmeres an den Orten, an denen Menschen zusammenkommen sollen.

Ein Supermarkt und ein Kino versprechen eine bestimmte Sicherheit. Man ist unter Fremden, aber nicht allein. Messiah of Evil macht diesen Handel unzuverlässig. Seine öffentlichen Räume besitzen die Architektur des gewöhnlichen Zusammenlebens, ohne deren Schutz zu garantieren.

Eine Frau sucht in einem Küstenort nach ihrem Vater. Willard Huyck und Gloria Katz entwickeln daraus ein Horrorgeheimnis. Die alltäglichen Schauplätze sind jedoch mehr als Stationen auf dem Weg zur Lösung. Sie zeigen eine Stadt, in der die Gegenwart anderer Menschen keinen Trost mehr bietet.

Die Menge steht nicht automatisch auf deiner Seite

Gesehen zu werden kann bedeuten, rechtzeitig Hilfe zu bekommen. Es kann auch heißen, von einer Gruppe erkannt zu werden, deren Absichten unbekannt sind. Entscheidend ist nicht die Zahl der Anwesenden, sondern ihr Verhältnis zu dem Menschen, der ihren Raum betritt.

Das trifft moderne öffentliche Orte besonders gut. Ihre Regeln erscheinen so vertraut, dass niemand eine Einführung benötigt. Wir wissen, wo wir stehen, wie wir einkaufen und welches Verhalten wir erwarten dürfen. Versagt dieses Wissen, wird Vertrautheit zum Nachteil. Sie verzögert die Erkenntnis, dass sich die soziale Ordnung verändert hat.

Bekannte Gebäude, fremde Abstände

Supermarkt und Kino werden zu bedrohlichen Umgebungen des Konsums und des Zuschauens. Beide ordnen Aufmerksamkeit. Regale lenken Wege, Sitzreihen den Blick. Wer diesen Vorgaben folgt, lässt sich leichter verorten als jemand in einer unbestimmten Landschaft.

Die breiten Bildkompositionen geben solchen Beziehungen Platz. Eine Lücke, eine Reihe oder eine Ansammlung von Figuren kann auffallen, bevor ihre Bedeutung klar wird. Das Warten auf die richtige Deutung gehört zum Schrecken.

Ein Ort verschwindet, ohne sich zu bewegen

Der vermisste Vater liefert den persönlichen Anlass. Die größere Störung betrifft eine verlorene gemeinsame Wirklichkeit. Eine Adresse bleibt bestehen und wird trotzdem zu einem Ort, den ein Besucher nicht mehr bewohnen kann.

Messiah of Evil braucht dafür keinen leeren Flur. Seine unangenehmere Möglichkeit ist ein voller Raum, in dem umgeben zu sein nicht mehr bedeutet, Gesellschaft zu haben.

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